Der am Rathaus gelegene Abschnitt des Nonnenbachs entwickelt sich zunehmend zu einem Ort für Kunst im öffentlichen Raum. Im vergangenen Jahr wurde die Fläche erstmals mit Regenschirm-Installationen aus einem Workshop der Künstlerin Katja Enseling bespielt. Jetzt wird er für die Ausstellung „Köpfe der Demokratie. Starke Stimmen für ein Leben in Freiheit“ genutzt, die sich mit zentralen Fragen des demokratischen Zusammenlebens auseinander setzt. Zu sehen sind die „Köpfe der Demokratie” bis in den Oktober hinein.
Die von der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ initiierte und von der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus aus Stuttgart entwickelte Wanderausstellung stellt Persönlichkeiten vor, die in den vergangenen zwei Jahrhunderten demokratisches Denken und Handeln in Deutschland geprägt haben. In Nottuln wird eine Auswahl von neun dieser „Köpfe der Demokratie“ gezeigt. Es sind Persönlichkeiten, deren Themen und Positionen bis heute gesellschaftliche Relevanz besitzen.
Demokratie wird von Menschen gemacht und bleibt zugleich ein Prozess, der nie abgeschlossen ist. Die Ausstellung greift diese Spannung auf: Sie zeigt nicht nur Engagement und Errungenschaften, sondern macht auch Brüche, Widersprüche und Konflikte sichtbar. „Demokratie bedeutet auch immer Perspektivwechsel“, betont Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, der die Ausstellung initiiert hat. „Gerade im Nonnenbach wird dies erfahrbar – nämlich durch die besondere Präsentation der Grafiken und Texte im öffentlichen Raum.“
Die Ausstellung ist bewusst so konzipiert, dass sie zur Bewegung einlädt: Wer sich den Inhalten nähert, muss den eigenen Standpunkt verändern – ganz im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Damit wird der Ort selbst Teil des Konzepts und rückt die Auseinandersetzung mit Demokratie dorthin, wo sie stattfindet: in den Alltag.
Einen besonderen Zugang eröffnen die Arbeiten des Comic-Künstlers Simon Schwartz, der die historischen Persönlichkeiten in ausdrucksstarken Zeichnungen interpretiert. So entsteht ein niedrigschwelliger und zugleich vielschichtiger Zugang zu Themen wie Freiheit, Mitbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Ausstellung wird durch die Sparkasse Westmünsterland gefördert.