Jetzt ist sie da: Die Baugenehmigung des Kreises Coesfeld für die Skateanlage, die an der Kolpingstraße entstehen wird. „Damit können wir nun mit dem Bau der Anlage beginnen“, sagt Christoph Bolle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt.
Und auch Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes freut sich darüber, dass die Genehmigung auf dem Tisch liegt: „Es ist eine großartige Nachricht für die Jugendlichen, die sich seit vielen Jahren für den Bau einer Skateanlage einsetzen.“
Inzwischen haben mehrere Anwohner:innen des Spielplatzes beim Verwaltungsgericht Münster Klage gegen den Kreis Coesfeld wegen des Baus des Skateanlage eingereicht. Sie wendet sich gegen die zu erwartende Lärmbelästigung, die mit dem Betrieb der Anlage einhergeht.
Trotz der Klage hält die Gemeinde Nottuln an ihrem Zeitplan für den Bau der Anlage fest: „Wir werden den Bau der Skateanlage auf dem Spielplatz an der Kolpingstraße vorantreiben“, erklärt Christoph Bolle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt.
„Die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner nehmen wir zwar ernst. Wir sind jedoch weiterhin überzeugt, dass die Skateanlage ein wichtiger, von Jugendlichen selbst angestoßener Ort für Bewegung und Begegnung sein wird, und werden daher unsere Planungen stringent verfolgen“, erklärt auch der Bürgermeister.
Der Baustart der sogenannten Street-Flow-Anlage auf dem Spielplatz an der Kolpingstraße, bei der urbane Straßenelemente mit geschwungenen Formen aus Beton kombiniert werden, ist für April des kommenden Jahres geplant. Die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich im August 2027. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 529 000 Euro – 250 000 Euro davon werden über die LEADER-Förderung finanziert. Die Zuwendung der Gelder ist seitens der Bezirksregierung in Aussicht gestellt worden und das bedeutet, dass die Gemeinde Nottuln mit dem Bau der Skateanlage nun beginnen kann.
Mit dieser Skateanlage wird ein langgehegter Wunsch von Nottulner Jugendlicher endlich Wirklichkeit.
Seit vielen Jahren schon sehnen sie eine eigene Skateanlage herbei, sprachen bei Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes vor, intervenierten bei seiner Amtsvorgängerin, initiierten Video-Konferenzen und Unterschriftenlisten.
Nichts davon nutzte der Idee der Jugendlichen wirklich, außer, dass sie sich bei der Verwaltung und der Kommunalpolitik mit ihren Vorstößen immer wieder mal in Erinnerung brachten.
Bei den Thementagen anlässlich des Projektes „Jugend entscheidet“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung im November 2024 wendete sich das Blatt zugunsten der skatebegeisterten jungen Nottulner. Gemeinsam mit ihren Mentor:innen erarbeiteten Jannes Helmig, Enno Verlage, Carlo Dornhege, Adrian Hols, Milo Gravermann, Lasse Pöppelmann, Lukas Ridder, Darian Reiß und Lias Brauers an den beiden Tagen einen Entwurf, formulierten anschließend einen Bürgerantrag nach §24 der Gemeindeordnung NRW und reichten ihn bei Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes ein. Danach nahm das Verfahren seinen Lauf: Im März 2025 gehörte die Skateanlage zu den Tagesordnungspunkten der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Mobilität und schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Kommunalpolitik den Wunsch der Jugendlichen respektierte und guthieß. Dieses eindeutige Votum bestätigte auch der Rat der Gemeinde Nottuln in seiner Sitzung vom 1. April 2025: Einstimmig gab er sein Placet für den Bau einer solchen Anlage.
Als passender Standort für die Skateanlage kristallisierte sich schließlich der Spielplatz an der Kolpingstraße heraus – nachdem ein Grundstück an der Steverschule sowie ein weiteres, welches zwischen dem Hallenbad und Wellenfreibad liegt, sich als ungeeignet erwiesen haben.
Der Spielplatz am Rand des Staatsforstes Hovestadt sei ideal für diesen Sport, ergab eine gründliche Überprüfung der Gemeindeverwaltung Nottuln. Der Untergrund passt und ist tragfähig. Auch werde sich die Lärmbelästigung der Anwohnenden sich in den zulässigen Grenzen halten, befand ein zuvor in Auftrag gegebenes Lärmschutzgutachten.
In mehreren Workshops mit DSGN Concepts, einem Planungsbüro für urbane Bewegungsräume aus Münster, verfeinerten die Jugendlichen und Fachleute aus der Gemeindeverwaltung die Pläne so weit, dass sie erneut erst dem Ausschuss für Umwelt und Mobilität und danach dem Rat zur Diskussion und zur Genehmigung vorgelegt werden konnten. In seiner Sitzung vom 28. April dieses Jahres votierte der Rat mehrheitlich mit 25 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen für den Bau der Skateanlage und hob ebenfalls den Sperrvermerk in Höhe von 379 000 Euro wieder auf.
Dieser Beschluss bedeutete „Grünes Licht“ für die Verwaltung, die den Bauantrag nun stellen konnte – das Okay des Kreises Coesfeld als Genehmigungsbehörde erreichte die Verwaltung vor einigen Tagen.