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Atombomben sind Waffen gegen die Menschlichkeit

Nottulner:innen gedachten der Opfer von Hiroshima und Nagasaki

„Wenn ich an die Menschen von Hiroshima und Nagasaki denke, wird mir das Herz schwer!“ Mit diesen Worten eröffnete Martha Krukenberg ihre persönliche Ansprache beim Hiroshima-Gedenken auf dem Nottulner Stiftsplatz.
Am Donnerstagabend, dem Hiroshima-Tag, hatten sich rund 50 Bürgerinnen und Bürger am kleinen Brunnen versammelt. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und die Friedensinitiative Nottuln hatten zu der Gedenkveranstaltung eingeladen. Kerzen auf dem Brunnenrand und auf der Wasseroberfläche, die einsetzende Dunkelheit sowie der Glockenschlag von St. Martinus prägten die stille Atmosphäre. 

Die Nottulnerin Martha Krukenberg, die in wenigen Tagen 80 Jahre alt wird, schilderte eindringlich, wie die Erzählungen ihrer Eltern und vieler älterer Menschen sie geprägt hätten. „Ich selbst wurde erst ein Jahr nach diesen schrecklichen Ereignissen geboren. Ich habe den Krieg nicht bewusst erlebt. Aber ich bin mit den Erzählungen meiner Eltern und vieler älterer Menschen aufgewachsen. Ich weiß noch, wie still sie wurden, wenn sie vom Krieg sprachen.“

Diese Erinnerungen hätten sie geprägt: „Vielleicht ist das ein Grund, warum ich mein ganzes Leben versucht habe, dort zu helfen, wo Menschen Hilfe brauchen.“ In ihrem Beruf hat Martha Krukenberg die Erfahrung gemacht, dass jeder Mensch wichtig sei: „Jeder Mensch ist unendlich wertvoll – auch weil Gott ihn liebt“, betonte Krukenberg. 
Die Atombombenabwürfe hätten gezeigt, wohin es führe, wenn Menschen nicht mehr als Menschen gesehen würden. „Sie wurden zu Opfern einer Waffe, die keinen Unterschied macht. Und genau deshalb dürfen Atomwaffen niemals als normale Waffen angesehen werden. Sie sind Waffen gegen die Menschlichkeit.“
Mit großer Leidenschaft sprach sich Martha Krukenberg für die weltweite Abschaffung von Atomwaffen aus. Dabei verwies sie auch auf Papst Leo XIV. Dieser betone immer wieder, dass Frieden nicht aus Angst, sondern nur durch Vertrauen und Dialog entstehen könne.

Bürgermeister Dr. Thönnes stellte in seiner Begrüßung Begegnung, Hoffnung und Versöhnung in den Mittelpunkt. Er erzählte die Geschichte des roten Oleanders, der offiziellen Blüte des heutigen Hiroshima: In all der Zerstörung durch den Atombombenabwurf habe der Oleander bereits nach kurzer Zeit zu blühen begonnen.
„Obgleich die intensiven Farben des Oleanders den unsagbaren Schmerz nicht ungeschehen machen konnten, so standen sie doch für einen Gedanken, der gerade nach einer solchen Katastrophe von großer Bedeutung war: Es gibt ein Morgen“, sagte Thönnes. 
Die internationale Oleander-Initiative greife diese Verbindung von Erinnerung und Zukunft auf. „Wir können neu beginnen, indem wir aus der Vergangenheit heraus die Verantwortung für die Zukunft übernehmen.“
Wie dies gelingen könne, fasste der Bürgermeister mit einem Zitat von Hermann Hesse zusammen, der in seinem Gedicht „Besinnung“ (1933) geschrieben habe: durch „geduldige Liebe, durch liebendes Dulden“.
Zum Ende des Abends richtete Ulla Hülsbusch in einem fiktiven Brief Grüße aus Nottuln an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki: „Wenn ihr beim Betrachten der heutigen Welt anklagt: ,Warum habt ihr nichts gelernt?‘, dann müssen wir das beschämt zur Kenntnis nehmen. Aber wir hören nicht auf, unser Licht in die Dunkelheit zu stellen. Wir werden hier in Nottuln nicht zulassen, dass man euer Leid vergisst. Wir werden uns niemals an Hiroshima gewöhnen.“

Für die besondere Atmosphäre an diesem Abend sorgten auch Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Friedens-Gemeinde Nottuln: Gitarrenbegleitet luden sie zum gemeinsamen Singen ein.
Die Hoffnung auf eine friedlichere Welt bleibt – und wird die Menschen in Nottuln auch im kommenden Jahr am Hiroshima-Tag wieder auf den Stiftsplatz führen.

 

 

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Zahlreiche Nottulnerinnen und Nottulner gedachten in der vergangenen Woche der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Foto: Gemeinde Nottuln
Martha Krukenberg hielt eine bewegende Ansprache. Foto: Gemeinde Nottuln
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