„Wir brauchen keine langen Reden, um unsere Partnerschaft hochzuhalten“, bringt es Beata Roguszka, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees auf polnischer Seite, auf den Punkt. Das, was 1992 als zartes Pflänzchen in Sachen Völkerverständigung begann, ist heute eine dicke Freundschaft zwischen Chodzież und Nottuln geworden. Das unterstrichen ebenfalls Nottulns Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und sein polnischer Amtskollege Jacek Gursz. „Es ist eine echte Herzensbegegnung und eine große Freude, wenn ihr zu uns kommt“, begrüßte Thönnes die Gäste aus Polen zu Beginn der obligatorischen Komitee-Sitzung am Samstag. Und auch Jacek Gursz betonte die tiefe Freundschaft zu Nottuln.
Am vergangenen Pfingstwochenende nun war eine 14-köpfige Gruppe aus dem polnischen Chodzież zu Gast in Nottuln. Und wie es sich für gute Gastgeber:innen gehört, hatte das Partnerschaftskomitee auf der deutschen Seite ein liebevoll gestaltetes Programm für seine Gäste vorbereitet. Müßiggang stand dabei übrigens nicht gerade auf der Tagesordnung. Die Besichtigung des AGRAVIS-Distributionszentrum im Gewerbegebiet Beisenbusch, das Ende 2024 eröffnet wurde, stand genauso auf dem Programm wie eine Führung durch die Geschichte des Benediktiner-Klosters Gerleve vor den Toren Billerbecks. Für die Technik- und Oldtimer-Fans wurde es am Samstagnachmittag noch einmal spannend. Hatte das Nottulner Partnerschaftskomitee doch einen Besuch des Oldtimer-Museums der Klopfer-Foundation organisiert. Rund 90 Fahrzeuge vom legendären Londoner Taxi über Rolls Royce bis zu englischen und deutschen Sportwagen und noch vielem mehr gab es dort zu sehen – genau wie 17 000 Modellautos. Die Führung übernahm Stiftungs-Vorstand Dieter Klopfer selbst. Gekonnt und anschaulich lotste er seine Gäste durch die Ausstellung, die in einem eher unspektakulären Gebäude mitten im Nottulner Gewerbegebiet untergebracht ist. Großartig werben muss die Klopfer-Foundation nicht für ihr Kleinod, das sich auf mehrere Standorte in der Umgebung aufteilt: „Die Oldtimer-Szene weiß, was hier ist“, sagt Dieter Klopfer. Und am Abend tauchten die polnischen Gäste in die deutsche Schützenfest-Tradition ab und feierten gemeinsam in Appelhülsen den neuen König
des Bürgerschützenvereins Christoph Winkelsett.
Doch bevor gefeiert werden konnte, mussten die beiden Partnerschaftskomitees noch die Tagesordnung der gemeinsamen Komitee-Sitzung abarbeiten. Im Mittelpunkt des Treffens, das von Sabine Bogus und Beata Roguszka geleitet wurde, standen neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr und einer sehr positiven Entwicklung der Mitgliederzahl auf nunmehr 23 Frauen und Männer die Planungen der Feiern zum 35-jährigen Jubiläum, das 2027 in Chodzież gefeiert wird, im Fokus. Während am Jubiläums-Programm noch eifrig gefeilt wird, wird der Zeitraum für die Jubiläums-Feiern nun konkreter: Ende August des nächsten Jahres ist es so weit. Und das bedeute, dass dieser besondere Geburtstag rund um das polnische Erntedank-Fest herum gefeiert werde, und zwar in Verbindung mit zahlreichen sportlichen Aktivitäten, blickte Beata Roguszka schon einmal voller Vorfreude auf das kommende Jahr.
Foto Gruppenbild Kloster Gerleve: Stefan Volpert