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„Junge Botschafter der Erinnerung“ gesucht

Volksbund startet Lernprojekt für Jugendliche in Riga/bis zum 15. Mai bewerben

„Die Geschichte ist eine gute Lehrerin. Aber wir müssen auch gute Schüler sein“. Das sagt Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Hier setzt die Bildungsarbeit des Volksbund an: Sie bringt junge Menschen an die authentischen Orte der Geschichte. 
Riga ist ein solcher Lernort. In den Wäldern von Riga-Bikernieki wurden 1941 und 1942 über 35 000 jüdische Kinder, Frauen und Männer von deutschen Einsatzgruppen und einheimischen Kollaborateuren ermordet. Das im Jahr 2000 gegründete Riga-Komitee ist ein bundesweit einzigartiges erinnerungskulturelles Netzwerk, in dem sich über 80 Herkunftsstädte der nach Riga deportierten Menschen zusammengeschlossen haben. 
Das Riga-Komitee hat dort 2001 eine Gedenkstätte errichtet und erinnert regelmäßig an die Ereignisse. Und der Volksbund als Mitbegründer des Riga-Komitees hat dort eine Außenausstellung installiert. 
Doch damit nicht genug: Die Erinnerung muss weitergetragen werden. Deshalb sucht der Volksbund „Junge Botschafter der Erinnerung“ und lädt 30 Schülerinnen und Schüler aus den „Riga-Städten“ im September zu einer Reise an die Gedenkorte dort ein. Auf diese Weise sollen sie zu Botschafterinnen und Botschaftern der Erinnerungskultur und des Riga-Komitees in ihren jeweiligen Städten werden. 
Auch die Gemeinde Nottuln, die dem Riga-Komitee seit 2020 angehört, wirbt dafür, sich als „Junger Botschafter“ für diese Reise nach Riga zu bewerben. „Gerade für junge Menschen ist es wichtig, Geschichte nicht nur aus Büchern zu kennen, sondern sie vor Ort zu begreifen“, unterstützt Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes das Angebot vom Volksbund ausdrücklich: „Die Riga-Fahrt im September dieses Jahres leistet einen wichtigen Beitrag dazu.“
Dieses besondere Lernprojekt möchte der Volksbund gemeinsam mit dem Riga-Komitee und der Unterstützung der Bethe-Stiftung in Bergisch Gladbach umsetzen. Dazu sammelt er Spenden. Die Bethe-Stiftung wird die eingegangenen Spenden zu einem Betrag von mindestens 30 000 Euro verdoppeln. 
„Die Achtung der Würde jedes Menschen und die Anerkennung der Souveränität eines anderen Staates sind keine Selbstverständlichkeiten, beides ist auch in der heutigen Zeit bedroht. Kenntnisse der Verbrechen des Nationalsozialismus und die persönliche Betroffenheit, die der Besuch einer Gedenkstätte wie der in Riga auslöst, ermöglichen es jungen Menschen, aus der Geschichte für unsere Zukunft zu lernen.“ – das ist ein Hauptanliegen der Bethe Stiftung, die deshalb das Projekt „Junge Botschafter der Erinnerung gesucht“ unterstützt.
Dieses Projekt wird keine trockene Geschichtsstunde, stattdessen thematisiert es wesentliche Fragen wie zum Beispiel „Wie gehen wir heute mit dem Erbe des Zweiten Weltkrieges in Osteuropa um?“, „Wie leben junge Menschen in einem internationalen System, das zunehmend von Gewalt geprägt scheint?“ und „Was bedeutet Erinnerungskultur in einer Zeit der Krisen und Kriege?“
Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 21 Jahren können sich ab sofort auf der Website des Volksbundes (www.riga-komitee.eu/riga-fahrt) bewerben. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai. 

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Der Volksbund sucht „Junge Botschafter der Erinnerung“ und lädt 30 Schülerinnen und Schüler aus den „Riga-Städten“ im September zu einer Reise an die Gedenkorte dort ein. Foto: peaceline.eu
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