Leicht, luftig und in gewisser Weise mit einem Hauch von Eleganz umgeben: So zeigen sich in diesen Tagen die neu angelegten Stiftsgärten vor den Gebäuden der Kurie von der Reck, der von Sendenschen Kurie und der Kurie von Ketteler auf Harkotten im historischen Ortskern.
Das Schwere, welches die über Jahrzehnte zu groß gewordenen Eiben dem Platz aufgedrückt haben, ist verschwunden. Stattdessen haben rund 3000 Staudenpflanzen und zwölf Spalierlinden nun ihren Platz in den neu angelegten Beeten gefunden, die sich auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern am Nonnenbach entlang schlängeln. Hübsch gepflasterte Einbuchtungen in den Beeten machen deutlich, wo demnächst Sitzgelegenheiten, Bestelltische und Abfallbehälter stehen werden.
Noch sind die Pflänzchen winzig, aber im Laufe des herannahenden Sommers werden sie unter Beweis stellen, welche Wuchs- und Blühkraft in ihnen steckt. Eingesetzt sind sie in Mutterboden, der mit einer Schicht Lava-Granulat abgedeckt ist. Das macht zwar im Augenblick auf manche Betrachter:innen eher den Eindruck, als habe die Gemeinde dort Schotterbeete angelegt, die per Gesetz ja längst verboten sind.
„Tatsächlich hat das Granulat eine wichtige Funktion für die frisch gesetzten Stauden“, macht Nina Teepe vom Grünflächenamt der Gemeinde Nottuln deutlich: „Mit seiner Hilfe trocknen die Pflanzen nicht so schnell aus, weil es Feuchtigkeit lange speichern kann und die Oberflächenverdunstung verringert.“ Gerade in der Anfangszeit sei es wichtig, damit die Stauden gut anwachsen können. Außerdem schützt es den Boden vor Verdichtung und vor dem Aufwuchs unerwünschter Wildkräuter.
Genau wie Nina Teepe und der Betriebsbauhof regelmäßig bei den „Neuen“ auf dem Stiftsplatz vorbeischauen und bei Bedarf wässern, kümmert sich auch ein GaLa-Baubetrieb aus Roxel um die Pflege der Stiftsgärten. „Wir haben einen mehrjährigen Vertrag mit dem Betrieb abgeschlossen, der sich professionell um die Beete kümmert“, erklärt Teepe. Damit hat die Gemeinde Nottuln die Gewähr, dass Pflanzen und Beete immer ein gutes Bild abgeben.
Das zukünftige Blütenmeer bringt nicht nur viel Farbe auf den Stiftsplatz, sondern auch viel Futter für die heimischen Insekten. Bei der Auswahl der Stauden haben die Nottulnerinnen und Nottulner aktiv mitgewirkt.
Anfang des Jahres konnten sie online darüber abstimmen, welche Stauden in die Beete kommen. An die erste Stelle kam dabei der Wiesen-Salbei. Er erreichte mit 69,5 Prozent den ersten Platz im Ranking. Auf Platz 2 in der Online-Abstimmung kam der Blut-Weiderich mit 65,3 Prozent. Und den dritten Platz machte der Arznei-Feld-Thymian mit 62,7 Prozent. Ferner entschieden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Moorpfeifen-Gras (54,2 Prozent), den Ehrenpreis mit 52,5 Prozent und die Kleine Margerite mit 50,8 Prozent. „Damit haben wir es geschafft, dass die Stiftsgärten eine sehr natürliche, dynamische Pflanzung mit vielfältigem Insektenangebot bekommen“, freut sich Nina Teepe über die neue Gestaltung des Stiftsplatzes.