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Die Erinnerung in die nächsten Generationen weitertragen

Beeindruckende Reise des Riga-Komitees in die lettische Hauptstadt und den Wald von Bikernieki

„Es war eine eindrucksvolle und sehr emotionale Reise“, fasst Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes seine Eindrücke zusammen, die die Fahrt nach Riga Anfang Juli so sehr prägten. Zusammen mit Dezernent Stefan Kohaus und weiteren 42 Delegierten aus insgesamt 34 Riga-Städten gehörte Thönnes zu den Teilnehmenden dieser nunmehr fünften Gedenkfahrt des Riga-Komitees, die in die lettische Hauptstadt, in den Wald von Bikernieki und nach Rumbula führte. An den Ort, wo 1941 mehr als 35 000 Jüdinnen und Juden aus Deutschland von den Nationalsozialisten und lettischen Hilfstruppen ermordet wurden.  
85 Jahre später standen knapp 100 Menschen vor dem weißen Memorial in Bikernieki, welches an die Holocaust-Opfer erinnert. Darunter waren Angehörige von Nachfahren der ermordeten Juden, Vertreter von Politik, Zivilgesellschaft und Medien. 
Vor allem aber waren es die Mitglieder des Riga-Komitees. Inzwischen sind fast 90 Städte und Gemeinden aus dem deutschsprachigen Raum in diesem Netzwerk verbunden. Sie alle wollten an ihre jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern. 
Delegierte aus unter anderem Bochum, Brno (Brünn), Düsseldorf, Dresden, Herten, Hannover, Kassel, Münster, Nottuln und Wien besuchten an zwei Tagen die Tatorte von einst – allen voran die Gedenkstätte Bikernieki, das frühere Konzentrationslager Jungfernhof und den Vernichtungsort Rumbula.
Bikernieki sei ein Ort einen „Ort der Erinnerung, Reflexion und Mahnung“, hieß es in den Ansprachen zur Gedenkfahrt und: Es sei die Aufgabe und Verpflichtung jeder Generation, sich für Versöhnung, Toleranz und ein friedliches Miteinander einzusetzen.
Und auch wenn die Namen Bikernieki und Rumbula vielen Menschen ein Begriff sind, „kann man sich erst vor Ort wirklich ein Bild machen von den Gräueltaten der Deportation und von der Ermordung jüdischer Bürgerinnen und Bürger“, beschreibt Dietmar Thönnes seine Eindrücke. 
Das tiefe Eintauchen in eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte steigere sich, wenn man vor den Gräberfeldern stehe und sich – auch von letzten Überlebenden – ihre Geschichte erzählen lasse, hat Thönnes bei seinem Besuch in Riga erfahren. 
Diese Orte zu sehen und zu erleben, bestärken ihn in seiner Meinung, dass ein „Nie wieder“ als Deutsche und als Nottulner:innen „unsere absolut notwendige Haltung sein muss.“ 
Froh ist der Bürgermeister darüber, dass im Wald von Bikernieki ein Stein mit dem Namen „Nottuln“ darauf liegt. „Er mahnt uns daran, die Schicksale der Menschen und deren nicht gelebte Leben zu erinnern und sich von deren individuellen Persönlichkeiten berühren zu lassen.“
Die Erinnerung an das, was im Wald von Bikernieki, im Konzentrationslager Jungfernhof und in Rumbula geschehen ist, muss weitergetragen werden, und zwar in die kommenden Generationen hinein – darüber herrschte bei den Teilnehmenden der Riga-Fahrt große Einmütigkeit.
Dieses Ziel unterstützen auch die internationalen Jugendbegegnungen, zu denen der Volksbund als Mitbegründer des Riga-Komitees regelmäßig ins Baltikum und andere Orte in Europa einlädt.
Im Herbst dieses Jahres startet er ein besonderes Projekt: 30 Jugendliche aus den Riga-Komitee-Städten reisen als „Botschafter der Erinnerung“ nach Lettland, besuchen die historischen Orte und erleben Geschichte hautnah.
Diese Idee, junge Botschafterinnen und Botschafter der Erinnerung zu schaffen, begrüßt auch der Nottulner Bürgermeister sehr: „Die Wege nachzugehen und sich sehr menschlich auf die Geschichte und Geschichten einzulassen, ist gerade für junge Menschen eine Aufgabe, die ich mir sehr wünsche, dass sie sie aktiv annehmen.“ 
Nur wenn die nachfolgenden Generationen ein Gespür für diesen Teil ihrer eigenen und auch familiären Vergangenheit bekommen, könne man sicher sein, dass ein „Nie wieder“ auch die gelebte Realität sei.
Unter dem folgenden Link gibt es weitere Infos zur → fünften Gedenkfahrt des Riga-Komitees im Juli 2026.

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An dem weißen Memorial im Wald von Bikernieki fanden die Gedenkfeiern anlässlich der fünften Gedenkfahrt des Riga-Komitees statt. Foto: Gints Ivuškāns
44 Delegierte aus insgesamt 34 Riga-Städten gehörten zu dieser nunmehr fünften Gedenkfahrt des Riga-Komitees, die in die lettische Hauptstadt, in den Wald von Bikernieki und nach Rumbula führte. Foto: Stadt Riga
Im Wald von Bikernieki Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes legt eine weiße Rose auf dem Stein mit dem Namen Nottuln ab...
... genau wie Dezernent Stefan Kohaus. Fotos: Gemeinde Nottuln
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