Im November 2024 beteiligten sich insgesamt 65 Jugendliche an den Thementagen von „Jugend entscheidet“ der Hertie-Stiftung. Acht von ihnen – Pia Muck, Greta Wilsmann, Mathilda Dziewas, Frieda Küdde, Marit Gesmann, Cornelia Sydow, Juna Frericks und Ida Jerber – entwickelten drei Projekte zum Thema Klimaschutz: „Klimaschutz-Projektwochen“ an den Nottulner Schulen, das Anlegen von Blühstsreifen sowie das Aufhängen von Nistkästen für die Wildvögel im Nottulner Gemeindegebiet.
Nistkästen gebe es nämlich viel zu wenige, war die Meinung der acht Mädchen. Daraus entstand die Idee, selbst aktiv zu werden und zusätzliche Nistmöglichkeiten für Vögel zu schaffen.
Um ihr Vorhaben umzusetzen, verfassten die Jugendlichen eine Bürgeranregung, über die im vergangenen Jahr der Ausschuss für Umwelt und Mobilität positiv entschied. Und nach der Ratssitzung im April 2025 war klar: Alle drei Projekte dürfen umgesetzt werden. Während die Klimaschutzwochen genau wie die Blühstreifen noch in der Warteschleife sind, ist das Projekt „Nistkästen“ fast fertig umgesetzt. Unterstützung bekam die Gruppe seitens der Gemeindeverwaltung. Zunächst in Person von Peter Wermeling vom Grünflächenamt der Gemeinde. Jetzt hat seine Nachfolgerin Nina Teepe die Aufgabe übernommen.
Der Bau der 60 Nistkästen startete beim Sommerempfang der Gemeinde im Juni vergangenen Jahres. Etwa die Hälfte der Nisthilfen wurden dabei von den Gästen des Empfangs zusammengebaut – mit tatkräftiger Unterstützung des Baubetriebshofes der Gemeinde Nottuln. Seine Mitarbeitenden bohrten seinerzeit jede Menge Löcher vor, damit die Bauteile ohne große Mühen zusammengeschraubt werden konnten.
In den vergangenen Wochen wurden die Nistkästen nun nach und nach aufgehangen. „Wir haben jetzt alle Kästen aufgehängt. Es sind 30 Meisenkästen und 30 halboffene Kästen für zum Beispiel Rotkehlchen“, berichtet Nina Teepe. Diese hängen nun an verschiedenen Standorten – unter anderem am Kastanienplatz, im Wildniswald in Darup, am Modellflugplatz sowie an den Schulen in Nottuln.
Bei der Auswahl der Nistkästen wurden unterschiedliche Vogelarten berücksichtigt. Ein Teil der Nistmöglichkeiten eignet sich besonders für Meisenarten wie Blaumeisen, Tannenmeisen, Sumpfmeisen, Haubenmeisen, Weidenmeisen und Trauerschnäpper. Die halboffenen Kästen bieten hingegen Brutplätze für Rotkehlchen, Zaunkönige, Hausrotschwänze, Gartenrotschwänze, Bachstelzen, Grauschnäpper und Amseln.
Mit ihrem Engagement möchten die Jugendlichen die Artenvielfalt fördern und das lokale Ökosystem stärken.
(Der Text stammt von Greta Marie Ilceski vom Rupert-Neudeck-Gymnasium Nottuln, die im Februar ihr zweiwöchiges Schülerpraktikum in der Gemeindeverwaltung Nottuln absolvierte)