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„Es macht uns traurig, was hier gerade passiert“

Anwohnerversammlung zum Skatepark auf dem Waldspielplatz verläuft in aufgeheizter Stimmung

„Es macht uns traurig, was hier gerade passiert. Aber wir bleiben optimistisch, dass der Skatepark gebaut wird“, sagen Lukas, Lasse, Darian und Milo. Sie waren neben weiteren Jugendlichen am Donnerstagnachmittag zu einem Ortstermin mit Anwohner:innen des Waldspielplatzes an der Kolpingstraße gekommen. Und sie waren nicht alleine: Neben rund 20 Anrainer:innen des Spielplatzes nahmen Christoph Bolle, Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen, Umwelt, Daniel Krüger, Leiter der Gemeindewerke, Nina Teepe vom Grünflächenamt sowie die Jugendbeauftragte der Gemeinde Nottuln, Daniela Tap, an der rund zweistündigen Veranstaltung teil. Ebenso zahlreiche Kommunalpolitiker und Kommunalpolitikerinnen aller Fraktionen. 
Zudem stellte Ingo Naschold vom Planungsbüro für urbane Bewegungsräume dsgn concepts den Anwohnenden die konkreten Pläne des Skateparks noch einmal vor. 
Georg Schulze Bisping von der Nottulner CDU nutzte die Gelegenheit, um von der Jahrzehnte langen Geschichte des Nottulner Skateparks zu berichten, die ein ständiges Hin und Her und eine Odyssee gewesen sei. 
Während die Jugendlichen konzentriert zuhörten, diskutierten die Erwachsenen höchst kontrovers und zum Teil sehr emotional über den Standort des Skateparks und über den Lärm, den der bereits bestehende Spielplatz verursache. Auch waren der Schmutz sowie der damit verbundene Mehraufwand an Pflegemaßnahmen ein großes Thema. Genauso wie die Befürchtung, dass der Skatepark so viele Besucher:innen anziehe, dass die Verkehrsinfrastruktur nicht ausreichen werde. 
Diskutiert wurde über die Köpfe der 14-Jährigen hinweg. Sie wurden weder in das Gespräch mit einbezogen, noch wurden sie richtig wahrgenommen. Versuche der Gemeindeverwaltung, die Jugendlichen in das Gespräch einzubeziehen, scheiterten an der von Beginn an aufgeheizten Stimmung.
Zur Erinnerung: Die Jugendlichen entwickelten das Projekt  „Ein Skatepark für Nottuln“ im Rahmen von „Jugend entscheidet“ der Hertie-Stiftung Ende 2024. Im April 2025 beschloss der Rat der Gemeinde Nottuln einstimmig die Umsetzung des Projektes.
Die Anwohnenden zweifelten den Standort an und stellten das vorliegende Lärmgutachten infrage. Sie prognostizierten noch mehr Lärm und noch mehr Dreck, als dieser Spielplatz ohnehin jetzt schon verursache. „Wir können uns nicht vorstellen, dass die Jugendlichen die Anlage selber sauber halten“, sagte eine Anwohnerin, die für diese Äußerung große Zustimmung seitens der Umstehenden erhielt. Den Einwand von Daniel Krüger, dass der Bauhof bei der Pflege und Instandhaltung der Anlage den größten Anteil übernehmen werde, ließen die Anwohnenden nicht gelten. Und als Milo von der Jugend entscheidet-Skatepark-Gruppe einwarf, dass sie sich selbstverständlich mit um die Sauberhaltung der Anlage kümmern werden, weil „das keine große Sache ist“, fand er bei den Anwohnenden kein Gehör.
Vor allem abends in der Sommerzeit sei der bestehende Spielplatz ein Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene, die den Ort zum ausgiebigen und nächtelangen Feiern nutzten, empört sich eine andere Anwohnerin. An Schlaf sei dann kaum zu denken. „Er ist ein Drogenumschlagplatz und Brennpunkt, an dem sich arabische Clans treffen“, war eine weitere Aussage aus dem Kreis der Anwohnenden. Die Feiernden ließen sich nicht belehren und reagierten zum Teil aggressiv auf die Bitte, die Musik auszudrehen und das Gelände zu verlassen. 
Die Aussagen der Anwohnenden machen sehr deutlich, dass sie Bedenken haben, dass sich diese Ereignisse potenzieren, wenn der Skatepark erst einmal gebaut ist. 
Und schon jetzt schaffe es die Gemeinde weder, diese Situation in den Griff zu bekommen, noch sich um die Sauberkeit des Spielplatzes zu kümmern. Ständig seien die Mülleimer voll und würden nicht geleert. Daniel Krüger wandte zwar ein, dass der Bauhof regemäßig mindestens Sichtkontrollen auf dem Spielplatz mache und den Mülleimer einmal wöchentlich leere. Doch damit stieß er bei dem Anwohnenden-Kreis auf Ablehnung: „Den Versprechungen der Gemeinde Nottuln glaube ich schon lange nicht mehr“, betonte ein Anwohner.
„Können Sie uns denn garantieren, dass ab 20 Uhr Schluss ist?“, lautete eine andere Frage aus dem Kreis der Spielplatz-Anwohner:innen. Früher sei der Spielplatz am Abend immer abgeschlossen worden, doch das sei schon lange nicht mehr der Fall. 
Christoph Bolle und Daniel Krüger versprachen, die Möglichkeiten zu prüfen, wie die Situation am Spielplatz entschärft werden könne – auch wenn das erst einmal überhaupt nichts mit dem Skatepark zu tun habe. 
Denkbar ist, dass das Ordnungsamt den Platz an der Kolpingstraße öfter kontrolliert oder dass sich ein Schließdienst um das Eingangstor zum Spielplatz und damit zum künftigen Skatepark kümmert. 
Auch sagte Daniel Krüger den Anwohnerinnen und Anwohnern zu, dass häufigere Verkehrsraumkontrollen in der Nähe des Waldspielplatzes stattfinden: „Wir nehmen Ihre Sorgen und Bedenken ernst“, betonte der Leiter der Gemeindewerke. 
Doch war ein gemeinsamer Nenner an diesem Nachmittag nicht zu finden – die Stimmung blieb angespannt – trotz aller Diplomatie, die die Gemeindeverwaltung und die Kommunalpolitiker walten ließen. Die Veranstaltung auf dem Waldspielplatz endete schließlich mit einer klaren Aussage der Gemeindeverwaltung zum Skatepark, die von Christoph Bolle kam: „Auch wenn wir uns heute hier nicht einigen können, kann ich Ihnen an dieser Stelle mitteilen, dass der Bauantrag für den Skatepark gestellt wird. Es steht Ihnen frei, den Rechtsweg zu beschreiten“. 
Diese Möglichkeit möchten die Anwohnenden in Erwägung ziehen: „Eigentlich wollen wir das nicht, aber Sie zwingen uns dazu.“

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Jugendliche der Jugend entscheidet-Skatepark für Nottuln- Gruppe im Gespräch mit Dani Tap, Jugendbeauftragte der Gemeinde Nottuln, Daniel Krüger, Leiter der Gemeindewerke Nottuln: „Es macht uns traurig, was hier gerade passiert”. Fotos: Gemeinde Nottuln
Anwohnerinnen und Anwohner des Waldspielplatzes an der Kolpingstraße im Gespräch mit Christoph Bolle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt.
Ingo Naschold von dsgn concepts aus Münster erklärt den Anwohner:innen den Plan des Skateparks, der auf dem Gelände des Waldspielplatzes entstehen soll. Die Stimmung bei dem Treffen mit rund 20 Anwohnenden war von Anfang an aufgeheizt.
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