Am heutigen 27. Januar, der Tag an dem das Konzentrationslager von Auschwitz vor 81 Jahren befreit wurde, erinnert Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes an die Millionen Menschen, die unter dem NS-Regime wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Orientierung oder politischen Überzeugungen verfolgt, gedemütigt, entrechtet und ermordet wurden.
Thönnes stellt diesen Gedenktag unter das Motto „Hoffnung aus Erinnerung“: „Erinnerung ist dabei nicht bloße Rückschau. Sie ist Maßstab für das, was wir erwarten und verantworten dürfen“, erklärt der Verwaltungschef. Und Hoffnung sei kein naiver Optimismus: „Sie ist die Kraft, die aus ernst genommener Erinnerung erwächst.“
Thönnes hebt zwei Seiten der Erinnerung hervor: Zum einen die beglückende Erinnerung daran, dass es auch ein anderes Leben gab und gibt: Die Momente der Befreiung, des mutigen Widerstands und der Solidarität. „Die Geschichte kennt Menschen, die im Namen des Glaubens, der Vernunft oder einfach der Menschlichkeit ,Nein‘ gesagt und damit Leben gerettet haben“, erklärt er. Diese Erinnerung sprenge die Lüge, es „müsse“ immer so bleiben, wie es ist. Was einmal wirklich war – Mut, Hilfe, Rettung – bleibt möglich.
Das, so Thönnes, gelte in der großen Geschichte wie im Alltag in Nottuln: „Wo Menschen füreinander da sind, wo Ehrenamtliche, Engagierte, Schulen, Vereine, Kirchen und Initiativen hinschauen statt wegzusehen, da wächst Zukunft.“
Zum anderen gibt es die schmerzliche und empörte Erinnerung: „Die Shoah war kein ,Betriebsunfall‘ der Geschichte“, schreibt der Bürgermeister. Sie zeige den Abgrund, welcher von einer Kultur geschaffen wird, wenn Menschen entwürdigt, Sprache vergiftet, Gewissen verführt und Institutionen zu Tätern werden: „Diese Erinnerung bewahrt uns vor Verharmlosung. Und sie macht unsere Erwartung radikal: Solange die Welt bleibt, wie sie ist, bleibt auch das Schreckliche möglich.“
Genau darum genüge es nicht, nur auf bessere Zeiten zu warten: „Es braucht Haltung, Aufklärung, Recht und gelebte Zivilcourage“, appelliert er.
Heute, am 27. Januar, heißt es Nie wieder – und: Jetzt erst recht. Nie wieder Ausgrenzung, nie wieder Entmenschlichung, nie wieder Wegsehen. Jetzt erst recht: Bildung, Begegnung, Haltung.
Wir sind viele – Mitarbeiter:innen in Verwaltung, Schule, Pflege und Wirtschaft, Engagierte in Vereinen, Kirchen, Initiativen, Nachbar:innen, Freund:innen, Familien. Wir alle tragen das „Nie wieder“ in unseren Händen. Damit aus Erinnerung Hoffnung wächst und aus Hoffnung Verantwortung. Und damit aus Verantwortung Zukunft wird.
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„Es braucht Aufklärung, Recht und gelebte Zivilcourage“
Gedenken an den 27. Januar, den Tag der Befreiung von Auschwitz