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Nottulner Erfahrungen in bundesweitem Fachaustausch

Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes zu Gast bei Fachforum der Kleinstadt Akademie: Nachfrage nach Wohnraum in Nottuln ist groß

Wie können Kleinstädte auf die unterschiedlichen Herausforderungen auf ihren Wohnungsmärkten reagieren? Darüber diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft und Politik auf dem 19. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Köln. 
Beim Fachforum „Zwischen Leerstand und Ballungsdruck - Herausforderungen und Strategien für kleinstädtisches Wohnen“, mitveranstaltet von der bundesweiten Kleinstadt Akademie, brachte Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes die Perspektive Nottulns in den bundesweiten Erfahrungsaustausch ein.

Durch die Nähe zu Münster ist die Nachfrage nach Wohnraum in Nottuln hoch. Die Gemeinde setzt deshalb auf unterschiedliche Instrumente, um die Entwicklung nicht allein dem Markt zu überlassen. Dazu gehören Konzeptvergaben, bei denen Grundstücke nicht ausschließlich nach dem höchsten Kaufpreis vergeben werden. Stattdessen können auch Kriterien wie Wohnqualität, Nutzungsmischung oder städtebauliche Qualität stärker berücksichtigt werden. Reine Einfamilienhausgebiete sollen dabei nicht entstehen. „Wir in Nottuln setzen auf gemischte Strukturen und unterschiedliche Wohnformen“, erklärte Dietmar Thönnes. Auch habe sich das Azubi-Wohnen als wichtiger Standortfaktor bewiesen: „Sowohl für junge Menschen als auch für Unternehmen, die Fachkräfte gewinnen möchten.“

Wie unterschiedlich die Ausgangslagen in Kleinstädten insgesamt sein können, zeigten die weiteren Praxisbeispiele aus Markranstädt und Mittweida in Sachsen sowie der Samtgemeinde Elbtalaue in Niedersachsen. 
Während auch Markranstädt bei Leipzig bestrebt ist, trotz Großstadtnähe die eigene kleinstädtische Identität zu erhalten, haben Mittweida und die Samtgemeinde Elbtalaue mit Bevölkerungsrückgang und Leerständen in der Innenstadt umzugehen. 

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es keine einheitliche Strategie für kleinstädtisches Wohnen geben kann. 
Gefragt sind Lösungen, die zum jeweiligen Wohnungsmarkt, zur vorhandenen Infrastruktur und zur Entwicklungsperspektive einer Stadt passen. Dabei spielen auch politische Entscheidungsprozesse eine wichtige Rolle: Die frühzeitige Einbeziehung der kommunalen Politik und eine nachvollziehbare Vermittlung neuer Wohnformen können entscheidend für die Umsetzung sein.
Das Fachforum wurde von der Kleinstadt Akademie gemeinsam mit dem ARL-Arbeitskreis „Wohnen in Kleinstädten“ und der Fachstelle für integrierte Gemeindeentwicklung (FS INGE) Sachsen organisiert. Im Mittelpunkt stand der Erfahrungsaustausch darüber, welche Instrumente Kleinstädte bereits nutzen und welche Rahmenbedingungen sie für eine aktive Gestaltung ihrer Wohnungsmärkte benötigen.

„Die Kleinstadt Akademie ist für uns ein wertvoller Austausch. Sie bietet die Möglichkeit, praktische Beispiele aus anderen Kommunen kennenzulernen, eigene Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen“, betont Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes. Auf diese Weise entstünden neue Ideen und Lösungen, die an die jeweiligen Herausforderungen vor Ort angepasst werden können.

 

Hintergrund: Kleinstadt Akademie

Die 2024 durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ins Leben gerufene Kleinstadt Akademie ist die erste bundesweite Schnittstelle der mehr als 2.100 Kleinstädte in Deutschland. Sie möchte unter anderem dazu beitragen, dass Kleinstädte Wissen und Erfahrungen besser miteinander teilen können, sodass sie von guten Ideen und praktikablen Lösungen aus anderen Städten in Deutschland profitieren.

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Durch die Nähe zu Münster ist die Nachfrage nach Wohnraum im Stiftsdorf groß. Die Gemeinde setzt deshalb auf unterschiedliche Instrumente, um die Entwicklung nicht allein dem Markt zu überlassen. Symbolbild: Pixabay/Harry Stueber
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