Beschlussvorschlag der SPD Fraktion:
Der Rat der
Gemeinde Nottuln beschließt die Einführung einer Bürgerfragestunde als
generellen Tagesordnungspunkt in den Ratssitzungen unserer Gemeinde
Sachverhalt:
3.1 Anlass
und Hintergrund
Die SPD Fraktion hat den Antrag
gestellt, eine Bürgerfragestunde generell als festen Tagesordnungspunkt in den
Ratssitzungen zu verankern. Nach Geschäftsordnung des Gemeinderates kann eine
Bürgerfragestunde für die jeweils nächste Sitzung auf Antrag in die
Tagesordnung aufgenommen werden.
3.2
Bestehende Formate zur Bürgerbeteiligung
- Bürgermeisterfragestunde
Bereits jetzt besteht die Möglichkeit für Bürger:innen, in einer Bürgermeisterfragestunde ihre Anliegen direkt an den/die Bürgermeister:in zu richten und damit im direkten Dialog Fragen zu stellen. - Politik vor Ort
Dieses Format ermöglicht den direkten Austausch zwischen Bürger:innen und Ratsmitgliedern außerhalb der formalen Sitzungen. In ungezwungener Atmosphäre werden kommunale Themen vorgestellt und Anliegen erörtert. - Formate der Fraktionen
Jede Fraktion bietet – in unterschiedlicher Ausprägung und Regelmäßigkeit – eigene Möglichkeiten, Bürger:innen in die politische Arbeit einzubinden. Hierzu zählen zum Beispiel Bürgersprechstunden, öffentliche Fraktionssitzungen oder Informationsveranstaltungen.
3.3
Allgemeine Erwägungen zur Einführung einer ständigen Bürgerfragestunde
Bei der Abwägung, ob eine
Bürgerfragestunde als genereller Bestandteil jeder Ratssitzung eingeführt
werden soll, sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
- Zeitlicher Aufwand und Termintreue
Regelmäßige Fragestunden könnten zu zeitlichen Verzögerungen im Sitzungsverlauf führen. Eine feste Verankerung im Ablauf schafft zwar einen wiederkehrenden Beteiligungsrahmen, kann jedoch die Bearbeitung zentraler Tagesordnungspunkte erschweren oder verzögern. - Vorbereitungsaufwand und Transparenz
Damit Fragen qualifiziert beantwortet werden können, ist eine gewisse Vorbereitungszeit erforderlich. Eine häufige und wenig strukturierte Bürgerfragestunde kann dazu führen, dass Fragen entweder unzureichend geklärt werden oder die benötigten Informationen nicht verfügbar sind. So könnten sowohl Bürger:innen als auch Rat und Verwaltung unzufrieden sein. - Bereits bestehende Beteiligungsangebote
Durch die vorhandenen Formate (Bürgermeisterfragestunde, Politik vor Ort, diverse Fraktionssprechstunden) besteht bereits ein breites Spektrum an Möglichkeiten, Anliegen direkt oder in einem niedrigschwelligen Rahmen einzubringen. Eine zusätzliche Bürgerfragestunde in jeder Ratssitzung könnte die bestehenden Instrumente doppeln und ggf. an Wirksamkeit verlieren lassen. - Lenkungsfunktion der Tagesordnung
Die in der Geschäftsordnung vorgesehene Möglichkeit, auf Antrag eine Bürgerfragestunde für die nächste Sitzung aufzunehmen, trägt bereits dem Anliegen der Bürger:innen Rechnung, ohne jede Sitzung zu überfrachten. Damit bleibt der Rat handlungsfähig und kann über den Sitzungsablauf flexibel entscheiden.
Insgesamt überwiegen die Nachteile einer
fest verankerten Bürgerfragestunde (zeitliche Verzögerungen, erhöhter
Organisations- und Informationsbedarf, Wiederholung bereits angebotener
Formate), sodass ein zusätzlicher Nutzen für die Bürger:innen fraglich ist.
4.
Stellungnahme der Verwaltung
Die Verwaltung
weist darauf hin, dass die geltende Geschäftsordnung eine Bürgerfragestunde für
einzelne Sitzungen ermöglicht. Zusammen mit den bewährten Formaten
(Bürgermeisterfragestunde, Politik vor Ort) und den Beteiligungsangeboten der
Fraktionen bestehen ausreichend niederschwellige und transparente Wege für den
Austausch zwischen Bürger:innen und Politik.
Daher empfiehlt die Verwaltung, an der bisherigen Praxis festzuhalten und
keinen neuen Tagesordnungspunkt „Bürgerfragestunde“ als generelle Einrichtung
in jeder Ratssitzung aufzunehmen.
Finanzielle Auswirkungen:
Höhere Aufwendungen für den Sitzungsdienst
Anlagen:
Anlage 1: Anregung 10-2025 der SPD-Fraktion vom 19.02.2025
