„Wir stellen uns gemeinsam der Erinnerung“

Regierungspräsidentin Dorothee Feller überbrachte am 14. Januar 2020 die Beitrittsurkunde: Gemeinde Nottuln ist offizielles Mitglied im Deutschen Riga-Komitee

Was am 25. September 2018 einstimmig vom Rat der Gemeinde beschlossen wurde, ist nun offiziell am 14. Januar 2020 besiegelt worden: Der Beitritt der Gemeinde Nottuln zum Deutschen Riga-Komitee.
Regierungspräsidentin Dorothee Feller, die zugleich Vorsitzende des Bezirksverbands Münster des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist, überbrachte die Mitgliedsurkunde im Rahmen einer Feierstunde im Bürgerzentrum Schulze-Frenkings-Hof in Appelhülsen.
Damit gehört die Stiftsgemeinde zu den mittlerweile 61 Kommunen, die unter dem Dach des Deutschen Riga-Komitees vereint sind. Gegründet hatte sich das Bündnis am 23. Mai 2000.
Aufgabe des Städtebündnisses ist es, an die über 25 000 jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die in den Jahren 1941 und 1942 aus vielen deutschen Städten nach Riga (Lettland) deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden.
„Wir stellen uns gemeinsam der Erinnerung“, betonte Bürgermeisterin Manuela Mahnke in ihrer Rede zum Beitritt des Riga-Komitees „und verpflichten uns, die Vergangenheit nicht zu vergessen.“ Regierungspräsidentin Dorothee Feller erklärte, dass es kaum noch Zeitzeugen gebe, die die Erinnerung wachhalten könnten. Deshalb sei es so wichtig, den Opfern auf andere Weise Namen, Gesichter und Würde zu geben. „Das Gedenken gehört in die Mitte der Gesellschaft, und das nicht nur am Auschwitz-Gedenktag, sondern in seiner ganzen Vielfalt“, so Feller.
„Getragen von dem Willen, die Erinnerung an die ermordeten Bürgerinnen und Bürger dauerhaft zu bewahren und ihrer zu gedenken“: Mit diesen Worten formulierten Anfang des Jahres 2018 27 Nottulnerinnen und Nottulner ihre Bitte an den Gemeinderat, man möge dem Deutschen Riga-Komitee beitreten.
Es war Winfried Nachtwei, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, der seinerzeit bei der Friedensinitiative Nottuln den Anstoß für den Bürgerantrag zum Beitritt der Gemeinde zum Riga-Komitee gegeben hatte. 
Auch in Nottuln ist es zu Deportationen von Juden aus der Gemeinde gekommen, unter ihnen Walter Heimbach, der nach Riga verschleppt wurde und starb.
Walter Heimbach (geboren 1887) ist der Sohn von Emma Heimbach geb. Wolff. Die Familie Wolff lebte von 1779 bis 1910 in der Gemeinde Nottuln, bevor sie nach Essen verzog. Walter Heimbach gehörte zu den 502 oder 506 jüdischen Frauen, Männern und Kindern, die am 27. Januar 1942 von Gelsenkirchen aus nach Riga deportiert worden sind.
Ein ähnliches Schicksal erlitt Else Goldenberg, die 1903 als Else Wertheim in Nottuln zur Welt kam. Sie und ihre Familie wurden von Münster aus am 13. Dezember 1941 nach Riga geschickt. Else Goldenberg und ihr Mann überlebten. Sie verstarben 1980 beziehungsweise 1979 in Münster.  

Mehr Informationen zum Deutschen Riga-Komitee und zur Gedenkstätte im Wald von Bikernieki (Lettland) gibt es beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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