Stadtteilauto zieht die Reißleine

Unternehmen aus Münster schließt nach fünf Jahren zum 16. Januar die CarSharing-Station FRENKI in Appelhülsen

Lange Zeit war die CarSharing-Station FRENKI in Appelhülsen eines der Leuchtturmprojekte im ländlichen Raum. Nun muss das Unternehmen aus Münster den Versuch beenden. „Leider hat sich FRENKI in den letzten Wochen und Monaten zu einem unserer Sorgenkinder entwickelt. Das Auto wurde zuletzt kaum noch genutzt, sodass wir die Reißleine ziehen müssen“ bedauert Lennart Topp von Stadtteilauto den Schritt, die Station zu schließen, „unser Ziel ist es immer, CarSharing im ländlichen Raum fördern und unterstützen. In diesem Fall ist der weitere Betrieb in Appelhülsen nicht fortführbar.“ Daher zieht sich Stadtteilauto nun nach fünf Jahren aus Appelhülsen zurück.
Trotz der Schließung blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft. In Nottuln wurde gerade das Stationsangebot erweitert. Anstatt zentral am Stiftsplatz gelegen, stehen für die CarSharing-Nutzer:innen nun an zwei Standorten CarSharing-Fahrzeuge zur Verfügung: Ein Stadtteilauto steht am Rhodeplatz, ein weiteres an der Appelhülsener Straße.
Um ein weiteres Zeichen für die Verkehrswende zu setzen, verzichtet das Unternehmen außerdem im Januar und Februar auf die Aufnahmegebühr zum Einstieg ins CarSharing für alle Nottulner:innen.
„Auch für uns ist der Wegfall des Carsharing-Angebots ein herber Verlust, da Carsharing einen wichtigen Anteil an der Erreichung der Klimaneutralität sowie der Mobilitätswende hat und den Verzicht auf den Zweitwagen für viele erst möglich macht“, erklärt Ian Bartlett, Mobilitätsmanager der Gemeinde Nottuln.
Und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes betont, dass die Gemeinde weiterhin zuversichtlich bleibe, die Verkehrswende einzuleiten: „Mit den Ergebnissen des Mobilitätskonzeptes, welche im März 2023 vorliegen sollen, haben wir eine gute Handlungsgrundlage dafür.“
Die Stadtteilauto cambio Regio GmbH ist vor drei Jahren aus der Stadtteilauto CarSharing Münster GmbH hervor gegangen und betreibt außerdem die Stationen in die Fahrzeuge in Hamm, Warendorf, Soest, Steinfurt, Dülmen, Senden, Havixbeck, Borghorst und Nottuln. Seit mittlerweile 30 Jahren bietet das Stadtteilauto CarSharing im Münsterland an und verfügt über ein weit verzweigtes Stationsnetz in der Region. Einen Vorteil von dem CarSharer:innen direkt profitieren. Über das Roaming können die Nutzer:innen ebenfalls ca. 8000 Fahrzeuge im Verbund der CarSharing-Organisationen deutschlandweit teilen.

 

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Der Versuch ist gescheitert: Die CarSharing -Station von Stadtteilauto cambio regio am Schulze Frenkings Hof in Appelhülsen schließt zum 16. Januar. Archivbild: Gemeinde Nottuln