Bürgermeister redet Klartext

Zum Neubau der Daruper Grundschule


Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes redet in Sachen Neubau Daruper Grundschule Klartext. Foto: Gemeinde Nottuln

Die emotionalen Diskussionen um den Neubau der Daruper Grundschule, die auch den Bürgermeister der Gemeinde Nottuln sehr bewegen, reißen nicht ab. „Bei aller persönlichen Betroffenheit bedarf es umso mehr der sachlichen Diskussion, die sowohl die bestmögliche Lösung für die Kinder und Lehrer:innen bietet, gleichzeitig aber auch die Kosten im Fokus behält“, stellt Dr. Dietmar Thönnes fest. Mit dem an Kennedy angelehnten Satz „Ich bin ein Daruper“ stellt er sich zu 100 % hinter den Wunsch, die Daruper Grundschule nicht nur zu erhalten, sondern auch als pädagogischen Leuchtturm strahlen zu lassen.

Dennoch bedeute jede Entscheidung für etwas auch gleichzeitig eine Entscheidung gegen etwas – besonders in so schwierigen Haushaltsjahren wie diesem und den folgenden. „Wir müssen verdeutlichen, dass eine Entscheidung für die Daruper Schule in einer Variante mit Luftraum, großer Leseoase und einem innenliegendem Fluchttreppenhaus – einen Investitionsstopp für Projekte in anderen Ortsteilen auf unbestimmte Zeit bedeuten kann, mindestens jedoch für die nächsten Jahren“, erläutert der Bürgermeister mit Blick auf die lange Liste der geplanten und vom Rat bereits in der Vergangenheit beschlossenen Investitionen, die sich bis 2031 auf rund 60 Millionen Euro belaufen könnten. „Hier müssen wir gemeinsam mit der Politik zu sehr klaren Vereinbarungen kommen, welche Investitionen wir wollen und können und welche wir leider streichen müssen.“ Das bürgerschaftliche Engagement der Gewerbetreibenden sei zudem ein sehr wertvolles Signal, wobei man sehen müsse, dass damit vermutlich eher die bislang noch nicht bezifferte Innenausstattung und die Außenanlagen unterstützt werden könnten.

„Bei denen, die das Projekt begleitet haben, scheint der Gedanke entstanden zu sein, dass der erste Entwurf auch derjenige sei, der umgesetzt werden würde – obwohl an diesem Entwurf noch kein Preisschild hing. Die schönen Entwürfe müssen nun gemeinsam weiterentwickelt und angepasst werden. Dabei geht es nicht um das Ob als vielmehr um das Wie.“ Der vom Rat verabschiedete, ambitionierte Zeitplan mache es zudem sicher schwierig, alle Möglichkeiten und Einschränkungen bis ins Detail zu kommunizieren, versteht der Bürgermeister. Allerdings sei die Emotionalität, mit der der Diskurs derzeit stattfinde, aus seiner Sicht nicht nur förderlich für eine sachgerechte Entscheidung der Politik, die ja nicht nur die schulische Bildung, sondern auch das finanzielle Erbe der künftigen Generation im Blick haben müsse. „Kompromiss und Konsens sehen nicht vor, dass sich eine Seite allein durchsetzt. Vielmehr müssen wir nachhaltig und weitblickend planen und die Scherben der Haushalte aus den letzten Jahren nun zu einem halbwegs schönen Mosaik zusammensetzen“, mahnt Thönnes und stellt klar: „Bei allem Ringen um Zahlen bleiben die Kinder das Wichtigste. Sie sollen auf ihrem Lebensweg begleitet und in einem Gebäude unterrichtet werden, das allen pädagogischen Ansprüchen gerecht wird – gleichzeitig aber nicht durch eine Verschuldung auf lange Zeit zu ihren eigenen Lasten im Erwachsenenalter geht.“

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