„Nah und gut an den Menschen dran sein“

Zehn Fragen zum Amt: Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes im Interview


Ist seit zwei Wochen im Amt: Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes im Interview. Foto: Gemeinde Nottuln

Jetzt ist der neue Bürgermeister der Gemeinde Nottuln, Dr. Dietmar Thönnes, schon zwei Wochen im Amt und hat sich bereits gut eingerichtet.
Auch seinem Büro im Rathaus hat der Hausherr inzwischen einen ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Gerade mal halb so groß wie das seiner Amtsvorgängerin ist es nun. Aus der anderen Hälfte ist ein Besprechungsraum geworden, der auch von den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung genutzt werden kann.
„Ich brauche nicht so viel Platz“, betont Dietmar Thönnes, der von sich selber sagt, dass er ein eher ungeduldiger Mensch ist.
Da kam ihm der Kickstart, der ihn in sein Amt katapultierte, wohl gerade recht: „Das ging von Null auf 100“, sagt er von seinem Arbeitspensum, das ihn auf den Boden der Realität seines Amtes befördert hat: „Ich freue mich auf das, was kommt“, so Thönnes – und auf das, was da auf seinem stets gut gefüllten Schreibtisch liegt: „Kaum ist etwas abgearbeitet, liegen dort schon die nächsten Vorlagen.“
Für etwas anderes außer Bürgermeister zu sein, hat der 55-Jährige im Augenblick wenig Zeit. „Aber das ist gut so und es macht mir großen Spaß“, ist Nottulns neuer Bürgermeister voller Tatendrang.  Bangemachen gilt nicht: „Ich will in meiner Amtszeit die Ziele, die ich mir gesteckt habe, erreichen“, erklärt Dietmar Thönnes.

Über sein Amt, seine Aufgaben, seine Erwartungen und seine Ziele spricht Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes in einem Interview, das die Onlineredaktion der Gemeinde Nottuln mit ihm führte.

 

Frage:  Diese Frage ist ein Vorgriff auf die 100-Tage-Frage: Wo möchten Sie nach den ersten drei Monaten Ihrer Amtszeit sein?

Antwort: Ich möchte mir einen Überblick über den Haushalt verschaffen und die Planung für 2021 abstecken. Was können wir als Gemeinde im nächsten Jahr investieren und wie groß ist dabei unser Handlungsspielraum? Mir liegt die Bauplanung für alle Ortsteile am Herzen: Ich möchte sie transparent machen: Wo ist was in welchem Zeitraum geplant?
Außerdem geht es mir darum, alle Themen zum Klimaschutz anzugehen. Dazu zählt zum Beispiel die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach neuen Sporthalle an der Rudolf-Harbig-Straße.
Das Thema Mobilitätsmanager steht ebenfalls ganz oben auf meiner Agenda. Genauso wie die Ansiedlung von Gewerbe. Dazu wird es neben Gesprächen mit Interessenten auch Gespräche mit der Bezirksregierung geben, in denen es unter anderem um die Regionalplanung geht.
Ich möchte außerdem die Abläufe in Politik und Verwaltung effizienter gestalten. Dazu gehört zum Beispiel die Umstrukturierung der Ausschüsse. Wir haben jetzt neun statt wie bisher sieben. Dadurch entstehen straffere Strukturen, die ein effektiveres Arbeiten möglich machen.
In diesen ersten drei Monaten meiner Amtszeit geht es darum, einen Fahrplan zu entwickeln, nach dem wir uns in unserer künftigen Arbeit ausrichten.

 

F:  Wie bremst Corona Sie zurzeit in Ihrer Arbeit aus?

A: Es sind  ganz klar meine persönlichen Begegnungen mit den Menschen davon betroffen. Begegnungen, die gerade jetzt zu Beginn meiner Amtszeit sehr wichtig sind. Ich kann weniger Gäste empfangen. Vieles muss nun online stattfinden oder es findet erstmal gar nicht statt. Aber ich sehe darin auch Positives: Weniger Termine zu haben, bedeutet, dass ich die Zeit, die ich dadurch jetzt mehr habe, für andere Dinge nutzen kann. Zum Beispiel mich in Verfahren einzuarbeiten und mich mit den Arbeitsabläufen in der Gemeindeverwaltung vertraut machen.

 

F:  Welche Alternativen gibt es zu den konventionellen Terminen zum Kennenlernen der Amtskollegen und anderer Personen und Institutionen?

A:  Die einzige konventionelle Sitzung, an der ich bislang teilnehmen durfte, war die Bürgermeister-Konferenz am 2. November in Senden. Sie fand natürlich unter Einhaltungen sämtlicher Hygiene- und Abstandsregeln statt. Ansonsten läuft nun vieles über E-Mail und es gibt mehr Telefonate.

 

F:  Was erwarten Sie von der Politik?

A: Ich erwarte, dass sich im Stil, in der Haltung und im Umgang Einiges ändert. Ich erwarte einen guten Umgang miteinander. Statt gegeneinander zu arbeiten, muss es wieder ein Miteinander werden. Jetzt ist der Zeitpunkt da, um alles wieder auf Anfang zu setzen.
Wichtig sind inhaltlich gut geführte Diskussionen – und keine Schlammschlachten –, mit denen wir zu schnellen und ausgewogenen Entscheidungen kommen.
Dazu tragen auch die kleineren Ausschüsse bei, die schneller und gezielter Beschlussempfehlungen an den Rat aussprechen können.
Ich freue mich zudem auf Gespräche mit den Ratsmitgliedern und den Fraktionsvorsitzenden außerhalb der Ratssitzungen. Gerade diesen informellen Austausch erachte ich als sehr wichtig für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

F.:  Was erwarten Sie von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?

A.: Neben einer guten fachlichen Arbeit erwarte ich von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin Loyalität. Sie sollen freundlich, kompetent und schnell sein – so wie ich sie ja bislang schon kennengelernt habe. Außerdem möchte ich, dass wir gut zusammenarbeiten – das betrifft gerade auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachbereichen.
Das Thema „Home-Office“ nimmt Fahrt auf. Arbeiten von zuhause soll möglichst flexibel gestaltet werden. Das kann bedeuten, dass auch mal ein Nachmittags- oder Abendtermin wahrgenommen werden muss. Wir alle werden uns auf Veränderungen einstellen müssen: Sie werden zur Normalität gehören.
Ich freue mich, die Kolleginnen und Kollegen im Haus kennenzulernen, von ihren Kompetenzen und ihrem Wissen zu erfahren und gemeinsam die Gemeindeverwaltung Nottuln noch dienstleistungsorientierter aufzustellen. Wir „alle“ erbringen die Dienstleistungen für die Nottulner Bürgerschaft.

 

F.:  Was bedeutet für Sie eine moderne Verwaltung?

A.: Eine moderne Verwaltung heißt nicht in erster Linie ein Plus an Digitalisierung oder die Einbeziehung der neuen Medien.  Eine moderne Verwaltung bedeutet für mich, nah und gut an den Menschen dran zu sein. Und zwar dort, wo es nötig ist: In Beratungen und wenn es um Entwicklungen geht. Wir müssen weg von der Komm-Struktur hin zur Geh-hin-Struktur. Wir müssen vor Ort erlebbar werden.

 

F.:  Wie können Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung „mitnehmen“ und sie hinter sich vereinen?

A.: Ich möchte meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem größtmöglichen Maß an Eigenverantwortung ausstatten, und zwar von der Fachbereichsleitung bis zur Reinigungskraft. Es ist mir sehr wichtig, dass nicht alles über meinen Schreibtisch geht. Aus meinen vorherigen Tätigkeiten weiß ich, dass das funktioniert. Aber es braucht seine Zeit und Vertrauen muss wachsen.  

 

F.:  Wie können Sie die Bürgerinnen und Bürger „mitnehmen“?

A.: Vorstellbar sind zum Beispiel „kleine Ratssitzungen“, die in den einzelnen Ortsteilen und nur mit der Beteiligung der Ratsmitglieder, die in dem Ortsteil zuhause sind, stattfinden. Dabei können die Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche, ihre Kritik und ihre Anregungen loswerden. Es sind Veranstaltungen, die offen, konstruktiv und bürgernah gestaltet sind.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Bürgerinnen und Bürger zu Themenabenden einzuladen, die von ortsteilübergreifendem Interesse sind.
Dass eine solche Bürgernähe unter Umständen ein Risiko sein kann, weiß ich: Nah dran sein, heißt greifbar zu sein. Für ein Mehr an „Wir-Gefühl“ soll es Veranstaltungen geben, die für Nottuln, Schapdetten, Darup und Appelhülsen gleichermaßen interessant sind. Ich denke da an den „Nottulner Kultursommer“, der von allen Nottulner Kulturschaffenden veranstaltet wird, oder die „Nottulner Olympiade“, die die Nottulner Sportvereine ausrichten. Ein Shuttle-Service könnte dann wie bei der Italienischen Nacht, die Gäste von A nach B bringen.
Unsere Aufgabe als Gemeindeverwaltung ist es, die Entwicklung zu begleiten, dabei zu netzwerken und Verbindungen zu schaffen.
Das schreibe ich mir gerne auf meine Fahnen!
Aber mir ist auch klar, dass nicht immer alle zu 100 Prozent derselben Meinung sind und sich als EINE Gemeinde empfinden: Jeder Ortsteil funktioniert für sich als Mikrokosmos. Und das auch deswegen, weil es auf dem Land natürliche und gute Grenzen gibt, die ein vollständiges Zusammenwachsen schwierig machen.

 

F.:  Sie werden manchmal als der „Heilsbringer“ gesehen: Stehen Sie nun unter Druck, liefern zu müssen?

A.: Ich nehme diese Erwartung an mich durchaus wahr und ich verstehe sie.  Ich spüre auch, dass diese Erwartung groß ist.
Ich werde mich gerne als Projektionsfläche zur Verfügung stellen – wenn dann am Ende alles gut wird. Es soll ja schließlich auch besser werden, doch das dauert. Aber ich möchte in diesen fünf Jahren meiner Amtszeit viel bewegen.

 

F.: Wie wichtig sind für Sie die sozialen Medien?

A.: Sie sind total wichtig für mich: Damit kann man immer ein Ohr an der Gemeinde haben. Schließlich läuft heute sehr vieles über Facebook und Instagram. Ich muss gestehen, dass ich die sozialen Medien während meines Wahlkampfes das erste Mal für mich genutzt habe.
Künftig möchten wir übrigens alle Ratssitzungen als Livestream über www.nottuln.de senden. Zum ersten Mal hoffentlich schon am 8. Dezember.

 

 

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