Gemeinde Nottuln – Integriertes Klimaschutzkonzept

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde Nottuln mit dem Förderkennzeichen 03K00099 wird unterstützt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Förderantrag vom 17.02.2014, Zuwendungsbescheid Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 19.09.2014, Förderungszeitraum 01.11.2014 bis 31.10.2015, Verlängerung bis zum 31.12.2015 vom 19.08.2015.

Link zum BMUB:
www.klimaschutz.de

Link zum Projektträger Jülich:
www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

 

 

 

Integriertes Klimaschutzkonzept 

Am 15. Dezember 2015 hat der Rat der Gemeinde Nottuln das integrierte Klimaschutzkonzept für die Gemeinde Nottuln und dessen Umsetzung beschlossen. Das Konzept stellt die strategische Grundlage für die Energie- und Klimapolitik der Gemeinde Nottuln in den nächsten Jahren dar.
Die Gemeinde Nottuln hat sich der Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz gestellt und gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Akteuren vor Ort ein Integriertes Klimaschutzkonzept (Förderkennzeichen: 03K00099) erstellt.
Die Ergebnisse dieses Konzeptes wurden am 28.01.2016 im Rahmen einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Verlauf des Klimaschutzkonzeptes wurden unterschiedliche thematische Werkstätten angeboten. Daraus haben sich Ideen und Vorschläge seitens der Bürgerschaft und der Unternehmen ergeben, die zu konkreten Maßnahmen ausgearbeitet wurden.
Erste Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept wurden bereits angestoßen. Diese wurden von den jeweiligen Projektpaten bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt.
Des Weiteren wurde im Rahmen eines Wettbewerbes der weiterführenden Schulen in Nottuln ein Klimaschutzslogan gesucht, unter dem die Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde Nottuln gebündelt werden können. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde der Gewinnerslogan „Unser Klima – Unser Nottuln – Unsere Zukunft” vorgestellt.

Warum ein Integriertes Klimaschutzkonzept für Nottuln?

Seit einigen Jahren gibt es verstärkt Berichte über häufiger auftretende Umweltkatastrophen und Extremwetterereignisse. Damit rücken die Klimaschutzthematiken immer stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung.
Experten sind sich einig, dass der gegenwärtig beobachtbare Klimawandel zu einem großen Teil auf die vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase zurückzuführen ist. Allein die Sektoren Verkehr und Gebäude sind heute in Deutschland für rund 70 Prozent des Endenergieverbrauchs und für knapp 40 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich.
Hier sind Städte und Gemeinden gefragt, denn Maßnahmen zum Klimaschutz entfalten ihre größten Erfolge auf der kommunalen Ebene.
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber dem Jahr 1990 um 40 Prozent zu senken. Aus dieser Initiative heraus fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) seit 2008 die Erstellung von kommunalen Klimaschutzkonzepten sowie die nachfolgende Beratung bei der Umsetzung der im Konzept entwickelten Klimaschutzmaßnahmen.

Das integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde Nottuln soll als Informations- und strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe dienen.
Es zeigt auf, welche CO2-Minderungspotenziale vorhanden sind und welche Maßnahmen zur Verfügung stehen, um kurz-, mittel- und langfristig CO2-Emissionen einzusparen und Energieverbräuche zu senken.
Die Projektabwicklung wurde von infas enermetric GmbH aus Emsdetten übernommen. Sie stellte das Integrierte Klimaschutzkonzept in der Ratssitzung in Nottuln im Dezember 2015 und bei der Abschlussveranstaltung im Januar 2016 vor. 

Klimaschutzziele der Gemeinde Nottuln

Die Gemeinde Nottuln hat sich dazu entschieden, die ambitionierten Ziele der Bundesregierung aktiv zu unterstützen.
Bereits im Vorfeld des Klimaschutzkonzeptes hat sich die Gemeinde Nottuln qualitative und quantitative Klimaschutzziele im Rahmen der energetischen Zielplanung 2012 gesetzt.

Energetische Zielplanung für das Gemeindegebiet Nottuln

Quantitative Zielsetzungen:
  • Reduktion der CO2-Emissionen um 10 Prozent alle fünf Jahre → seit 2010 Mitglied im Klimabündnis und Selbstverpflichtung zur CO2-Minderungsstrategie
  • Erzeugung von 50 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 → durch weitere regenerative Stromerzeugung auf dem Gemeindegebiet (Wind, PV, Holz,  Biogas, KWK und neue Techniken)
  • klimaneutrale Gemeindeverwaltung (Gebäude) bis 2020 → durch Umstellung der Beheizung der Gebäude auf regenerative Energieträger
Qualitative Zielsetzungen:
  • Erhöhung der Sanierungsquote von Wohngebäuden
  • Reduzierung des Gesamtstromverbrauches
  • Ausbau von Bürgerbeteiligungen bei Energieversorgungsprojekten
  • Unterstützung und Ausbau „Kraft-Wärme-Kopplung“
  • weitere Reduzierung des Einsatzes von Heizöl zur Beheizung
  • Erhöhung des Anteils Umweltverbund (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr)
  • Reduzierung des Verkehrsbedarfs (z.B. Heimarbeit)  

Integriertes Klimaschutzkonzept der Gemeinde Nottuln
– der Entwicklungsprozess

Zunächst wurde mit der Fortschreibung der bestehenden Energie- und CO2-Bilanz der Status quo des Endenergieverbrauches sowie die Höhe der CO2-Emissionen der Gemeinde dargestellt und CO2-Minderungspotenziale der klimarelevanten Sektoren Wirtschaft, private Haushalte, Verkehr und Kommune in der Gemeinde Nottuln ermittelt.
Neben der Analyse des Status quo war es das Ziel, die Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Akteure vor Ort im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes für die Themen Energieeinsparung, Energie- und Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien zu sensibilisieren und gemeinsam Maßnahmen für Nottuln mit den Personen vor Ort zu entwickeln.
Folgende Handlungsfelder wurden vorrangig über das Integrierte Klimaschutzkonzept bearbeitet:

  • Energieeffizienz in Unternehmen
  • Klimafreundlich mobil
  • Planen, Bauen, Sanieren
  • Klima- und Energieprojekte in Schulen und Vereinen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Dazu wurden im Frühjahr 2015 vier, zu den Handlungsfeldern passende, Werkstätten angeboten, in denen die Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Akteure ihre Anregungen und Ideen einbringen konnten. Denn die Aktivitäten und Interessen der Menschen vor Ort sollten sich im Konzept wiederfinden, sodass ein bedarfs- und umsetzungsorientiertes Klimaschutzkonzept entstehen konnte. Daneben wurden ergänzende Einzel- und Gruppengespräche mit Nottulner Akteuren durchgeführt.
Über die Werkstätten und die Akteursgespräche zu den oben genannten Handlungsfeldern wurden zwischen Mai 2015 und Oktober 2015 eine Vielzahl von Vorschlägen und Ideen zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz diskutiert und eingebracht.
Die weitergehende Konkretisierung und Priorisierung der möglichen Maßnahmen erfolgte in der internen Arbeitsgruppe der Gemeinde Nottuln und den Beratern der infas enermetric Consulting GmbH.
Im Ergebnis ist ein Gesamt-Maßnahmenkatalog mit 31 Maßnahmen für das Integrierte Klimaschutzkonzept entstanden, der in einen Umsetzungsfahrplan mündet.
In diesem Sinne kann das Integrierte Klimaschutzkonzept für Nottuln als strategischer Leitfaden für eine auf Dauer angelegte, alle betroffenen Bereiche integrierende, Energie- und Klimaschutzpolitik dienen.
Mit Hilfe des integrierten Klimaschutzkonzepts wird die Gemeinde Nottuln in die Lage versetzt, vorhandene Einzelaktivitäten im Bereich Energie und Klimaschutz zu bündeln und verschiedene Akteure zusammenzuführen.
Dadurch ergeben sich Synergieeffekte und neue Projektansätze zur Steigerung der Energieeffizienz und Minderung der CO2-Emissionen. Die bereits vorhandenen und im Zusammenhang mit dem EEA-Prozess weiterentwickelten Ideen und Ansätze sollten im Rahmen der Konzept-Umsetzung konkreter ausgestaltet und ausgearbeitet werden.
In welchem Zeitraum und bis zu welchem Grad die Klimaschutzziele der Gemeinde erreicht werden können, hängt von vielen nicht kalkulierbaren Faktoren, wie den personellen und finanziellen Rahmenbedingungen der jeweiligen Akteure ab.
Nach Einschätzung der Berater von der infas enermetric GmbH sind die Ziele zwar ehrgeizig, aber durchaus machbar für Nottuln. Zum einen wurde die Gemeinde Nottuln bei der Erarbeitung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes durch viele engagierte Akteure unterstützt, die auch ihre Bereitschaft signalisiert haben, bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Maßnahmen aktiv mitzuwirken.
Zum anderen liegt es auch im Interesse aller Beteiligten und der Nottulner Bürger, Energie einzusparen und damit Kosten zu senken.
Um die Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen unter Berücksichtigung der ermittelten Potenziale und der Leitziele festzustellen und zu dokumentieren, ist der Aufbau eines Klimaschutz-Controllings erforderlich.
Ein Controlling kurzfristiger Erfolge kann durch die Klimaschutzbeauftragte Petra Bunzel und die bereits vorhandenen energie- und klimapolitischen Strukturen des European Energy Awards® erfolgen.
Anhand der Fortschreibung der CO2-Bilanz sind langfristige Energie- und CO2-Reduktionen zu bewerten.

Fazit

Im Rahmen des Prozesses zur Erarbeitung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes in Nottuln wurde insgesamt deutlich, dass das Thema Klimaschutz bereits in vielfältiger Weise Eingang in Nottuln gefunden hat.
Es existiert beispielsweise eine Klimaschutzbeauftragte in Nottuln, ein ehrenamtliches Akteursnetzwerk zum Thema Klimaschutz (Klimanetz Nottuln), ein ehrenamtlich geführter Bürgerbus Verein (Bürgerbus Baumberge e.V.) und vieles mehr.
Insgesamt wurde deutlich, dass sich die Gemeinde Nottuln bezüglich ihrer klimapolitischen Zielsetzungen schon auf einem sehr guten Weg befindet, den es fortzuführen gilt.
Durch die Erarbeitung und Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes unterstützt die Gemeinde Nottuln die Klimaschutzziele der Bundesregierung und des Landes NRW. Sie leistet dadurch einen weiteren großen Beitrag, die positiven Entwicklungen im Bereich Klimaschutz in Nottuln weiter zu festigen.

Förderung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde Nottuln (Förderkennzeichen 03K00099) wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, und zwar in Zusammenarbeit mit der Nationalen Klimaschutzinitiative und dem Projektträger Jülich

  • Förderantrag vom 17. Februar 2014
  • Zuwendungsbescheid Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 19. September 2014
  • Förderungszeitraum 1. November 2014 bis 31. Oktober 2015
  • Verlängerung bis zum 31. Dezember 2015 (Bescheid vom 19. August 2015)

 

Das vollständige Integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde Nottuln steht hier zum Download bereit. Dazu einfach auf das Bild klicken. 

 

 

 

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Kontakt
Petra Bunzel (Klimaschutz-Beauftragte)
Stiftsplatz 7
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Telefon 02502 942 348
E-Mail bunzel(at)nottuln.de

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Mi. 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr
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