EUROPE FOR CITIZENS

Democratic engagement and civic participation

 

„Europa und das Weimarer Dreieck zwischen Geschichte und Zukunft” – ein gemeinschaftliches Projekt der Partnerstädte St. Amand-Montrond (F), Chodziez (PL) und Nottuln (D)

Mit dem Projekt soll ein besseres Verständnis der Bürger für die Entstehung und das Wirken der europäischen Gemeinschaft, der Entwicklung, Risiken und aktuellen Ereignissen und ein Signal vor dem Hintergrund heterogener Strömungen und rechtspopulistischer Tendenzen gegen die Skepsis vieler Bürger*innen  gesetzt werden.
Nachdem zunächst eine Plenarsitzung besucht wurde, ist in gemeinsamen Workshops mit Abgeordneten des europäischen Parlaments wie auch einem Besuch des „Memorial de L' Alsace-Moselle” in Schirmeck (F) die Geschichte und die Errungenschaften der EU anschaulich und verständlich aufgearbeitet und Argumentationsgrundlagen zur Verwendung in den schulischen Einrichtungen wie zum Beispiel einem Polit-Café am Rupert-Neudeck-Gymnasium in Nottuln und generell in den Partnerstädten erarbeitet worden.
Mit den Europa-Abgeordneten ist zudem eine Debatte über die Zukunft Europas unter Einbeziehung des jeweiligen politischen Geschehens geführt worden.

 

Der Besuch in Straßburg fand vom 3. bis zum 7. Oktober 2018 statt.

 

 

Insgesamt 63 Bürger*innen aus St. Amand-Montrond, Chodziez und Nottuln nahmen an der fünftägigen Fahrt nach Straßburg vom 3. bis zum 7. Oktober 2018 teil. Foto: Städtepartnerschaftskomitee

Das Projekt involvierte 63 Bürger*innen – 45 Teilnehmer*innen aus der Gemeinde Nottuln (Deutschland), 10 Teilnehmer* aus der Stadt St. Amand Montrond (Frankreich) und 8 Teilnehmer*innen aus der Stadt Chodziez (Polen).

Nach der Teilnahme an einer laufenden Sitzung des EU-Parlaments erfolgte im Parlamentarium „Simone Veil” ein Rollenspiel mit allen Teilnehmern zu aktuellen Themenkomplexen. In einer über dreistündigen intensiven und kontroversen Debattenführung wurde den Teilnehmern verdeutlicht, wie wichtig es im politischen Prozess der Europäischen Union ist, Kompromisse zu erarbeiten, um politische Lösungen im Sinne eines geeinten Europa zu erarbeiten.

Zu Besuch im Europäischen Parlament. Foto: Städtepartnerschaftskomitee

Besuch des EU-Parlaments (4. Oktober 2018)

Der EU-Politikwissenschaftler Herr Pawlovski hielt anschließend dreisprachig einen hoch motivierenden Vortrag über die Geschichte und Entstehung der Europäischen Union seit dem Wiener Kongress 1815 und Sinn und Bedeutung der Europäischen Union für ein vereintes Europa mit dem ständigen Bemühen für dauerhaften Frieden und Wohlstand für die Bürger*innen in Europa. Grundlage seines Referates war die visualisierte Darstellung der Geschichte der EU, der Bedeutung der Europäischen Union im Weltgefüge und einem Ausblick der weiteren Ziele der EU. Der Vortrag von Herrn Pawlowski zur Geschichte und Bedeutung der europäischen Union wird nachhaltig in Erinnerung bleiben. 

 

Besuch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte  (5. Oktober 2018)

In einem engagierten und sehr informativen Impulsvortrag schilderte die Pressesprecherin und Richterin Somi Nikol anhand von Einzelfällen die Hintergründe von Entscheidungen, die nahezu die gesamte europäische Bevölkerung vom Nordkap bis zur Türkei, von Russland bis Portugal – mithin gut 800 Millionen Menschen – betreffen.
In einer angeregten Diskussion erklärte die Pressesprecherin Nikol mehrsprachig die Probleme und die Bedeutung der Gerichtsbarkeit für Menschenrechte in Europa detailliert.
Die Tatsache, dass 95 Prozent der Eingaben an den EGMR/ ECHR aus rein formellen Mängeln zum Beispiel wegen Nichtausschöpfung der nationalen Gerichtsbarkeit abgewiesen werden, zeigt einerseits die Sensibilität in Bezug auf die juristischen Strukturen in den Mitgliedsstaaten und verdeutlicht andererseits die Bedeutung des EGMR/ ECHR als letzte Instanz Europäischer Gerichtsbarkeit.

Besuch des „Memorial de L' Alsace-Moselle” (5. Oktober 2018)

Der Besuch des „Memorial de L' Alsace-Moselle” gab einen Einblick auf die historischen Wandlungen in der europäischen Geschichte.
Die außerhalb von Straßburg 2017 eröffnete Gedenkstätte zeigt mit einer Transnationalität und lokalen Dimensionen bedrückende Zeugnisse der Vorgeschichte der europäischen Union durch Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts mit dem Blickwinkel auf das Verhalten der betroffenen Menschen auf. Sie befindet sich im Bereich des ehemaligen Konzentrationslagers Schirmeck. Noch vor Ort nach einer mehrsprachigen Führung setzte sich der Meinungsaustausch in der Gruppe fort. Deutsche, französische und polnische Reiseteilnehmer waren sich einig, dass diese Gedenkstätte eine Möglichkeit für eine nationale, Perspektiven überwindende Debatte über die europäische Geschichte schafft und dieser Besuch noch einmal die besondere Bedeutung für den Frieden und den demokratischen Zusammenhalt in der europäischen Union deutlich gemacht hat.

 

Stadtführung durch Straßburg (5. Oktober 2018)

Eine unter fachkundiger Führung durchgeführte Stadterkundung mit einer Aufzeigung sämtlicher Institutionen der Europäischen Union in Straßburg gehörte ebenfalls zum Programm der Reisegruppe aus St. Amand-Montrond, Chodziez und Nottuln.
Anhand historischer Orte und Baulichkeiten wurde die Bedeutung Straßburgs in der Entwicklung der Europäischen Union anschaulich dargestellt.
Mit der deutlich europäisch geprägten Internationalität in Straßburg stellen Sprachen kein Hindernis dar und treffen Kulturen ohne Vorbehalte aufeinander. Auch dabei wurde deutlich, wie leicht ein Frieden schaffendes und erhaltendes Miteinander unter Bürger*innen ganz Europas möglich ist.
Mit den Impressionen und dem unkomplizierten Miteinander am Beispiel der Stadt Straßburg ist die ständige Belebung europäischer Beziehungen auch und insbesondere zwischen den Ländern Deutschland, Frankreich und Polen zur Erhaltung eines dauerhaften Friedens und des Wohlstands aller Bürger*innen in ihrer Bedeutung besonders hervorgehoben worden.

 

Reflexion des Aufenthaltes bei einem gemeinsamen Abend der Teilnehmer*innen 

Bei einem abschließenden gemeinsamen Abend der gesamten Gruppe wurden die Erfahrungen der letzten Tage noch einmal aufgearbeitet und Strategien erörtert, wie man diese Eindrücke und Erkenntnisse an eine möglichst breite Bevölkerungsschicht in den jeweiligen Heimatkommunen weitergeben kann.
Die Sensibilisierung der Nottulner Bürger*innen für das europäische Projekt erfolgte durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld.
Über örtliche und überörtliche Medien wurden die Aktivitäten des Partnerschaftskomitees und engagierter Nottulner Bürger*innen transparent gemacht.
Vom Verlauf des Projekts erfolgen Berichterstattungen auf den Internet- und Facebook-Seiten des Gemeinde Nottuln und auf den Internetseiten der beteiligten Gruppen.
Die Ratsfraktionen und die Politik wurden durch die Partnerschaftskomitee-Sitzungen und Ratssitzungen zusätzlich informiert. 

Eine hohe Verbreitung des Projekts und der Projektergebnisse erfolgte durch die ehrenamtlichen Mitglieder des Komitees für Städtepartnerschaft Nottuln e.V., die jeweils eine der folgenden Gruppen vertreten und somit Multiplikatoren für viele Menschen in Nottuln sind:

  • Gemeinderat
  • Bürgerschaft
  • Grundschulen
  • Sportverein
  • Sekundarschule
  • Gymnasium
  • Teilhabebeirat
  • Feuerwehr
  • Menschen mit Behinderungen.

 

Abschlussbericht

Der Abschlussbericht wird auf den Internetseiten der Gemeinde Nottuln und den Internetseiten der beteiligten Partnerstädte veröffentlicht. Durch die involvierten Gruppen werden die Projektergebnisse weit verbreitet.

Gesamtbegegnung mit überregionaler und europäischer Bedeutung  

Durch die aktive Teilnahme von Nadja Hirsch, Mitglied der europäischen Parlaments, und weiterer Europaabgeordneter aus den Ländern der beteiligten Partnerstädte gewann die Gesamtbegegnung eine überregionale und europäische Bedeutung. Eine Berichterstattung über des Projekt auf den Seiten der beteiligten Europaabgeordneten wird ein breites Publikum in den Ländern des trinationalen Projekts erreichen.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Mund-zu-Mund-Propaganda der mitgereisten Bürger*innen aus den Partnerstädten, durch die immer neue Bürger*innen  für Europa begeistert werden sollen.
Sie und die beteiligten Gruppen insgesamt sind Multiplikatoren für die Weiterentwicklung Europas und das Verständnis für die Wahrung der gemeinsamen Errungenschaften wie das Schengener Abkommen.Darüber hinaus erfolgt eine Berichterstattung an das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) für die Zeitschrift „Europa aktuell” mit europaweiter Verbreitung.

 

Impulsvortrag der Europa-Abgeordneten Nadja Hirsch

Mit einem Impulsvortrag „Die Rolle der Frauen in der Entwicklung der EU” und „Chancen oder Gefahren durch die Digitalisierung für Frieden, Werte und Wohlergehen der Bürger der EU” eröffnete die Europa-Abgeordnete Nadja Hirsch das Projekt am Ankunftsabend, stimmte die Teilnehmer aus den Partnerstädten Nottuln (D), St. Amand-Montrond (F) und Chodziez (PL) auf die Bürgerbegegnung in Straßburg ein und sensibilisierte sie für die Geschichte und Ziele der EU.
Die Teilnehmer erhielten die Möglichkeit zu einer anschließenden Diskussion, bei der sie Fragen zur EU stellen konnten. 

 

Besuch des Europa-Parlaments (4. Oktober 2018)

Mit einem Besuch im Europa-Parlament in Straßburg am darauffolgenden Tag wurde ein anschaulicher Einblick in das Wesen und die Struktur des Parlaments und der aktuellen Debatten genommen.
In einer anschließenden Diskussion mit den für die jeweilige Region der Partnerstädte zuständigen Europa-Abgeordneten Rachida Dati (F) und Michal Boni (PL) wurden Gemeinsamkeiten und Differenzen verdeutlicht, die einen gegenwärtigen Konsens dieser Partnerländer beeinflussen.
Unter Einbeziehung des aktuellen politischen Geschehens in Europa wurden die Ziele der EU deutlich gemacht, die unter anderen darin bestehen, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen der Völker zu fördern.
Die Diskussion und die Debatte fördern den interkulturellen Dialog unter Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit. 
Durch eine Standorterkundung in Straßburg und Kehl im Rahmen einer thematisiert geführten Stadtrundfahrt wurde auf das 1985 geschlossene Schengener Abkommen aufmerksam gemacht.
Dabei wurden die Vorteile der Abschaffung der Grenzkontrollen am Beispiel der Bürger*innen, die direkt an der Grenze leben, deutlich gemacht.

Im Rahmen der Stadterkundung wurden von den Teilnehmern Aufgaben zur Geschichte der EU gelöst und dies war auch Bestandteil einer Aussprache im Rahmen eines den Tag abschließenden Colloquiums.
Mit einem interkulturellen Abend und kulturellen Programmpunkten wurde den Projektteilnehmern verdeutlicht, wie wichtig der Frieden innerhalb Europas ist. Bei einem Besuch des „Memorial de L' Alsace-Moselle” wurden die geschichtlich entwickelten Konflikte in der Grenzregion und dem Elsaß erfahren und im Rahmen eines Workshops im Memorial die Entwicklungen der Flüchtlingsproblematik in Europa thematisiert und damit die Bedeutung für den Frieden und das Wohlergehen der Bürger*innen durch ein gemeinsames Handeln in Europa hervorgehoben. Die dazu eingeladene EU-Abgeordnete Dati hatte kurzfristig abgesagt.

Projekt-Evaluation

Mit dem Abschlussgesprächskreis fand eine Evaluation des Projektes und ein Ausblick auf die zukünftige Partnerschaftsarbeit mit den europäischen Partnerstädten statt.

Gearbeitet wurde auch in Kleingruppen: Die Teilnehmer*innen verlebten interessante und sehr informative Tage im französischen Straßburg. Foto: Städtepartnerschaftskomitee

In den Abendstunden bildeten sich in ständig wechselnden Zusammensetzungen Gruppen der Teilnehmer, die basierend auf den Erfahrungen des Tages intensive politische Diskussionen zum Thema Europa und die Zukunft Europas in Frieden und anhaltendem Wohlergehen für die Bürgerinnen und Bürger in Europa führten.  

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