04.12.2018

Große Freude bei Familie Kentrup

Blaudruck ist nun Weltkulturerbe der UNESCO/Alleinstellungsmerkmal für die Region


Herzlichen Glückwunsch: Bürgermeisterin Manuela Mahnke (l.), Touristiker Christian Wermert (3.v.l.) und Wirtschaftsförderer Christian Driever (r.) gratulierten Dirk Kentrup (2.v.l.) zu einer besonderen Auszeichnung: Ende November wurde der Blaudruck in die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Foto: Gemeinde Nottuln

Es ist eine besondere Auszeichnung für ein altes Handwerk und gleichzeitig eine besondere Auszeichnung für die Blaudruckerei Kentrup: Ende November wurde die Blaudruckerei in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Damit würdigt die UNESCO als Organisation der Vereinten Nationen für Wissenschaft, Bildung und Kultur die große Bedeutung des Handwerks. Ein Handwerk, das heute nur noch von zwölf Betrieben in Deutschland und 15 in weiteren europäischen Ländern wie Österreich, Tschechischer Republik, Slowakei und Ungarn ausgeübt wird, hat die UNESCO zusammengerechnet. Die meisten von ihnen befinden sich in Familienbesitz.

Der Betrieb von Dirk Kentrup in Nottuln ist einer davon. „Blaudruckerei ist ein Handwerk, das Jahrhunderte alt ist”, erklärt Kentrup.
Bei dem Färbeverfahren entsteht durch Reservedruck ein weißes Muster auf blauem Grund: „Es ist so ähnlich wie beim Batiken”, verdeutlicht der Nottulner.  
Die fertig bedruckten Stoffe aus Leinen oder Baumwolle werden anschließend zu Tischdecken, Handtüchern, Gardinen oder Bekleidungsstücken wie Blusen oder Hemden weiter verarbeitet.
Kentrup, Nottulner Blaudrucker in siebter Generation, weiß genau, wovon er spricht, wenn er sein Handwerk erklärt. Blaudruck, den gibt es längst nicht mehr nur in Indigo-Blau, sondern unter anderem auch in Rot oder Grün. Auch bedrucken er und seine Mitarbeiter weiße Stoffe mit den filigran gearbeiteten Mustern der teils uralten Modeln. „Man muss sich der Zeit und den Wünschen der Kunden anpassen”, weiß Kentrup, dass seine Kundschaft im Augenblick häufig die Farbe Grau favorisiert.
Kentrups Kunden wissen die Qualität, die der Nottulner Familienbetrieb liefert, zu schätzen: „Sie kommen aus dem ganzen Bundesgebiet”, sagt der Blaudrucker, dessen Betrieb der Älteste in Nordrhein-Westfalen ist: Gegründet wurde er bereits 1833.

Die Freude in der Familie Kentrup ist groß über die Anerkennung des Berufes durch die UNESCO. Obwohl Dirk Kentrup eigentlich nicht mehr damit gerechnet hat. Seine deutschen Berufskollegen, die sich um das Aufnahmeverfahren in die Liste des Immateriellen Kulturerbes zunächst deutschlandweit und dann weltweit bemüht hatten, stellten den Antrag bereits vor drei Jahren. „Ich hatte es eigentlich schon abgeschrieben”, sagt er, „so ein Verfahren dauert ewig. Und mit nur einem Zettel ist es längst nicht getan.” 

Erklärtes Ziel der Antragsteller war es, den Berufsstand der Blaudrucker nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Das war unser Hauptanliegen”, erklärt Dirk Kentrup, der sich jetzt erst einmal überlegen muss, wie er zukünftig mit dieser Auszeichnung umgehen wird.
Dass wegen der Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit deutlich mehr Kunden den Weg zur ältesten Blaudruckerei Westfalens finden, kann er sich nun nicht unbedingt vorstellen.
Aber durch diese besondere Ehrung „hat man schon die Verpflichtung, das Handwerk weiterzuführen.” 
Dirk Kentrup wünscht sich, dass das Handwerk in der Familie bleibt, und der Betrieb in Familienbesitz: „Die nächste Generation steht ja schon in den Startlöchern”, sagt Familienvater Kentrup.

Nottulns Bürgermeisterin Manuela Mahnke, die am Montag zusammen mit dem Wirtschaftsförderer der Gemeinde Nottuln, Christian Driever, und dem Touristiker Christian Wermert zum Gratulieren gekommen war, betonte, dass die Auszeichnung der UNESCO eine gute Gelegenheit ist, Ansehen und Attraktivität von Nottuln zu steigern: „Wir sollten zusammen etwas daraus machen”, wünscht sich die Bürgermeisterin eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Blaudruckerei.
Auch Touristiker Wermert und Wirtschaftsförderer Driever sehen großes Potenzial in der UNESCO-Auszeichnung: „Es ist ein Pfund für Nottuln und ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Region.”


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