„Wenn sie dich fragen, sagst du einfach Ja”

Schwester Raphaela Händler zu Gast im Rathaus/Erste lebende Nottulner Persönlichkeit mit eigenen Straßenschild/Ortstermin in Nottuln Nord


Erst ein Gespräch im Rathaus, dann ein Ortstermin im Baugebiet Nottuln Nord: Schwester Raphaela Händler (4.v.l.) ist die erste lebende Persönlichkeit aus Nottuln, die mit einem eigenen Straßenschild geehrt wird. Unser Bild zeigt (v.l.) Doris Block, Jan Van De Vyle (UBG), Hugo Hattrup (Aktionskreis Joao Pessoa), Schwester Raphaela Händler, Annette Krewett als Schwester  und Jürgen Jendroska (SPD).  Foto: Gemeinde Nottuln

Erst ein Gespräch im Rathaus, dann ein Ortstermin im Baugebiet Nottuln Nord: Schwester Raphaela Händler (4.v.l.) ist die erste lebende Persönlichkeit aus Nottuln, die mit einem eigenen Straßenschild geehrt wird. Unser Bild zeigt (v.l.) Doris Block, Jan Van De Vyle (UBG), Hugo Hattrup (Aktionskreis Joao Pessoa), Schwester Raphaela Händler, Annette Krewett als Schwester und Jürgen Jendroska (SPD). Foto: Gemeinde Nottuln

Erst war Schwester Raphaela Händler gar nicht davon begeistert, ihren Namen auf einem Straßenschild zu finden. „Macht das doch erst, wenn ich nicht mehr da bin“, war ihr erster Gedanke, als sie von den Plänen der Gemeinde Nottuln erfuhr, dass eine Straße im neuen Baugebiet Nottuln Nord nach ihr benannt werden sollte.  „Auf der anderen Seite ist es doch eine schöne Verbindung mit der alten Heimat“, sagte sich die Missionsbenediktiner-Schwester, die mit Unterbrechungen seit 1969 im ostafrikanischen Tansania lebt und dort als Ordensfrau und Ärztin arbeitet: „Wenn sie dich fragen, sagst du einfach Ja.“
Das war vor zwei Jahren. 
Erfahren hatte die 79-Jährige gebürtige Nottulnerin davon in einer E-Mail von Pfarrdechant Norbert Cassens, der sie darin schon einmal vorgewarnte, dass da in der Richtung etwas auf sie zukommen könnte.
Später folgte ein Gespräch mit Bürgermeisterin Manuela Mahnke, in dem sich Nottulns erste Bürgerin das Placet der weit über die Grenzen des Stiftsdorfs bekannten Ordensschwester für eine nach ihr benannte Straße holte.
Am heutigen Donnerstag war Schwester Raphaela Händler zusammen mit ihrer Schwester Annette Krewett, Hugo Hattrup vom Aktionskreis Joao Pessoa sowie den Ratsmitgliedern Jan Van de Vyle (UBG) und Jürgen Jendroska (SPD) bei der Beigeordneten der Gemeinde Nottuln, Doris Block, zu Gast, bevor sich die Missionsschwester dann vor Ort selbst ein Bild von ihrem Straßenschild machte.
Die Idee, Straßen nach Nottulner Persönlichkeiten zu benennen, hatte Jürgen Jendroska. „Ich bin seinerzeit von Bürgern angesprochen worden, ob diese Möglichkeit besteht und habe ein bisschen herumgeforscht, wer dafür wohl infrage kommen könnte.“  Ende 2016 stellte Jendroska – damals noch als Parteimitglied der Linke ­– einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung. Die stimmte genau wie die politischen Gremien zu und startete einen Aufruf unter dem Thema „Straßennamen gesucht“ in der örtlichen Presse.
Im Dezember 2017 entschied der Rat der Gemeinde Nottuln mit 30 zu 2 Stimmen bei 3 Enthaltungen, die beiden Planstraßen im Baugebiet Nottuln Nord zum einen nach Bruder Hermann Frye (1935 – 2015) und zum anderen nach Schwester Raphaela Händler zu benennen.

 „Damit haben wir uns für zwei Persönlichkeiten mit kirchlichem Hintergrund entschieden, die für ihr großes soziales Engagement bekannt sind“, sagte Doris Block und fügte mit Blick auf Sr. Händler hinzu, dass Straßen normalerweise nicht nach lebenden Persönlichkeiten benannt würden – für Schwester Raphaela also eine ganz besondere Ehrung.
Schwester Raphaela, die zurzeit eine Woche auf Heimaturlaub in Nottuln ist, und – so scheint es – es eigentlich nicht so mag, wenn so viel Aufhebens um ihre Person gemacht wird, hat inzwischen ihren Frieden mit dem Straßennamen gemacht und freute sich dann doch über diese Initiative.
Auch ihre Schwester Annette Krewett (geborene Händler) freut sich darüber: „Auf diese Weise bleibt der Name unserer Familie in Nottuln erhalten.“

Genauso wie die Ordensfrau und Ärztin Raphaela Händler den Menschen in Tansania hoffentlich noch sehr lange erhalten bleibt. Sie sprüht über vor Energie und Ideen, wie sie und ihre Kolleginnen den Menschen in dem ostafrikanischen Land weiter helfen können. „Ich denke mir so oft, dass jetzt doch irgendwann einmal damit Schluss sein müsste, schließlich bin ich ja schon fast 80 Jahre“, sagt sie im Pressegespräch am Donnerstag, „aber irgendwie geht es immer weiter.“

Ihr neuestes, großes Projekt  ist im Norden von Tansania, südlich des Victoria-Sees angesiedelt. In dem Flecken Runzewe in der Nähe des Ortes Kabuhima. Dort auf der Faraja-Farm sollen neben einem Kloster der afrikanischen Benediktinerinnen auch Schulen gebaut werden, in denen Kinder und Jugendliche unterrichtet werden können.
Ihre Idee stößt auf großen Widerhall und einen Architekten dafür hat sie auch schon gefunden. „Auf dem Land erreichen wir viel mehr Menschen mit unserer Arbeit, als in den Städten“, berichtete Sr. Händler davon, dass sich viele Tansanier auch im Erwachsenenalter christlich taufen lassen.
Händlers größtes Problem aber sind die fehlenden Gelder. „Ich habe im Moment keine Ahnung, wie das alles finanziert werden soll“, ist Raphaela Händler ständig auf der Suche nach Spendengeldern – aber Ideen hat sie ja schließlich genug.

 

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