Es fehlte Nummer 10

Glockenspiel an der Aschebergschen Kurie ist frisch gewartet und fit für das Städtepartnerschaftsjubiläum


Glockenspielwartung in luftiger Höhe an der Aschebergschen Kurie: Glockenmonteur Oliver Linnhoff überprüft Glocken und Mechanik. Foto: Gemeinde Nottuln

Glockenspielwartung in luftiger Höhe an der Aschebergschen Kurie: Glockenmonteur Oliver Linnhoff überprüft Glocken und Mechanik. Foto: Gemeinde Nottuln

Oliver Linnhoff ist Glockenmonteur bei der Glocken-und Kunstgussmanufaktur Petit und Gebrüder Edelbrock aus Gescher. Und heute Morgen ist er im Außendienst in Nottuln unterwegs. In gut sieben Metern Höhe überprüft und wartet Linnhoff das Glockenspiel an der Aschebergschen Kurie. Löst Verkrustungen mit Kriechöl, justiert Stellschrauben, überprüft Kabelverbindungen, testet die Mechanik der einzelnen Bauteile und guckt nach, ob die Glocken noch fest an ihrem Platz hängen.
Gerade feilt er an der Halterung des Magnethammers von einer der insgesamt 16 Bronzeglocken.  Im Laufe der Zeit ist dort eine Art Überstand entstanden und „der bremst den Schwung des Hammers”, erklärt der gelernte Elektriker, „das heißt, die Glocke klingt nicht mehr so hell und klar wie sie es eigentlich soll.” 
Und manchmal fällt eine solche Glocke auch komplett aus – wie bei Glocke Nummer 10.  Ihr Ton war wohl seit einiger Zeit schon nicht mehr zu hören. Weil sie aber nur selten genutzt wird, bemerkte es erst niemand. Als aber unlängst der Glockencomputer im Dachgeschoss der Aschebergschen Kurie aus Anlass des bevorstehenden Städtepartnerschaftsjubiläums mit der deutschen und der französischen Nationalhymne programmiert wurde, fiel ihr fehlender Klang auf: „Die beiden Melodien wirkten unrund”, erklärt Wolfgang Heyn, der bei der Gemeindeverwaltung Nottuln auch für das Glockenspiel an der Aschebergschen Kurie verantwortlich ist.
Gut nur, dass sowieso eine Wartung des Glockenspiels anstand. So konnte der Fehler an der Glocke Nummer 10, die den Ton G spielt, rasch behoben werden.
Zwei Stunden arbeitet Oliver Linnhoff dort oben an der Giebelfront des Kuriengebäudes an der Stiftsstraße – ein Hubsteiger macht's möglich. Dessen Plattform nutzt der gelernte Elektriker gerne auch als Arbeitstisch – dazu fährt er das Gerät mit seinen Scherenbeinen wieder zusammen und arbeitet dann am Erdboden weiter.
Gerade hat Linnhoff die Magnethammer-Halterung zu Ende bearbeitet. Er fährt den Hubsteiger wieder hoch und montiert die Halterung wieder an die Glocke mit der Nummer 10. Nun überprüft er den Anschlag und fertig die Wartung an diesem hell klingenden Glöckchen. Zum Schluss testet er den Klang sämtlicher Glocken und lässt dabei zusammen mit Wolfgang Heyn die deutsche und die französische Nationalhmyne abspielen. Beide ertönen nun in voller Pracht: Alle Töne sind da und erklingen im harmonischen Zusammenspiel. Genauso wie die anderen fünf Melodien, die die 16 Glocken über den ganzen Tag verteilt, spielen.  
Jetzt ist das vom Heimatverein Nottuln gestiftete Glockenpiel wieder fit.  
Alle zwei Jahre sollte eine solche Wartung bei solch statisch arbeitenden Glockenpielen wie dem an der Giebelfront der Aschebergschen Kurie stattfinden, sagt Oliver Linnhoff, dessen Firma in schöner Regelmäßigkeit auch das Geläut der Martinus-Kirche überprüft.
Linnhoff vergleicht diese Wartung mit dem TÜV beim Auto: Schließlich gehe es bei einem Glockenspiel dieser Art nicht nur darum, das harmonische Zusammenspiel zu erhalten, sondern eben auch darum, seine Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Man stelle sich nur mal vor, was geschehen kann, wenn die Glocken nicht mehr fest in ihrer Verankerung säßen.
Doch davor ist das Glockenspiel an der Giebelfront der Aschebergschen Kurie dank der Wartung gefeit: „Das Glockenspiel ist in einem guten Zustand”, ist Glockenmonteur Linnhoff sehr zufrieden mit den Glocken, die  seit 2004 das Bild des historischen Ortskerns mitbestimmen.

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